Waldemar Anton: Die stille Führungskraft des BVB
Borussia Dortmund hat mit einem überzeugenden 2:0-Heimsieg gegen Atalanta Bergamo im Playoff-Hinspiel der Champions League die Weichen für das Achtelfinale gestellt. Während der Erfolg das Ergebnis einer starken Mannschaftsleistung war, ragt ein Spieler besonders heraus: Waldemar Anton. Der Innenverteidiger wird nicht nur für seine defensive Stabilität gelobt, sondern gilt mittlerweile als heimlicher Chef und unverzichtbare Führungsfigur im Dortmunder Team.
Die neue Stabilität des BVB
Nach einem 4:0-Sieg gegen Mainz und dem nun folgenden Erfolg in der Königsklasse zeigt Borussia Dortmund eine beeindruckende Entwicklung. Die Mannschaft dominierte beide Partien über die volle Spielzeit und ließ kaum Zweifel am Ausgang aufkommen. Julian Brandt, Interims-Kapitän des BVB, erklärte diese neue Zuverlässigkeit mit der „Umtriebigkeit“ der Mannschaft. Doch ein Faktor sticht besonders hervor: die konstante Klasse von Waldemar Anton.
Brandt verteilte nach dem Spiel im Signal Iduna Park direkt ein Sonderlob: „Bevor ich auf ihn eingehe, will ich sagen, Waldemar Anton hat ein sensationelles Spiel gemacht.“ Auch Sportdirektor Sebastian Kehl kam zu einem ähnlichen Fazit: „Er hat ein überragendes Spiel gemacht.“ Gegen Bergamo hätte Anton sogar selbst treffen können, doch seine defensiven Qualitäten waren noch beeindruckender.
Die vielseitigen Stärken des Defensivchefs
Antons Leistung wurde von SPORT1 mit der Note 1,5 bewertet. Seine Stärken sind vielfältig:
- Er steht nahezu immer in der richtigen Position und denkt vorausschauend
- Er verteidigt aggressiv nach vorne und gibt seinen Nebenleuten Sicherheit
- Besonders dem erst 18-jährigen Luca Reggiani verlieh er enorme Stabilität
- Auch im Aufbauspiel zeigt er Reife und sucht spielerische Lösungen
Brandt resümierte: „Er hat gerade als Mittelmann zwischen Ramy und zwischen Luca einfach in viele, viele Zweikämpfe müssen, hat immer wieder verschieben müssen, war da ganz klar der Chef. Und er hat das sensationell gemacht.“
Der unverzichtbare Dauerbrenner
Waldemar Anton hat sich zu einer echten Konstante im Dortmunder Kader entwickelt. Ein Blick auf die Statistik zeigt seine Bedeutung:
- Nach Torhüter Gregor Kobel (3090 Pflichtspielminuten) ist Anton mit 2757 Minuten der Spieler mit den zweitmeisten Einsatzminuten
- Nur gegen den SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach musste er verletzungsbedingt pausieren
- In ständig wechselnder Innenverteidigungs-Besetzung bleibt er die verlässliche Größe
Während seine Kollegen in der Innenverteidigung immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen haben, ist Anton die tragende Säule im Team von Trainer Niko Kovac. Diese Zuverlässigkeit macht ihn besonders wertvoll für den BVB.
Das Mega-Lob von Trainer Niko Kovac
Kein Wunder, dass Kovac seinen Abwehrchef nach dem Sieg besonders würdigte. Auf Nachfrage von SPORT1 holte der Trainer zu einem bemerkenswerten Lob aus: „Der Waldi hat schon auch in der letzten Saison absolut den Hut aufgehabt. Egal auf welcher Position, ob im Zentrum oder rechts daneben: Er steht seinen Mann.“
Kovac brachte es schließlich auf den Punkt: „Waldi ist eine Bank. Waldi ist ein Leader. Waldi ist ein Kämpfer, ein Vorbild - nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz. So stelle ich mir das wirklich auch vor.“ Diese ungewöhnlich deutlichen Worte unterstreichen Antons Bedeutung für das gesamte Teamgefüge.
Die Schlüsselrolle für die Dortmunder Dominanz
Obwohl Waldemar Anton in der öffentlichen Wahrnehmung häufig im Schatten von Nico Schlotterbeck steht – nicht zuletzt wegen dessen laufender Vertragsverhandlungen – liefert er Woche für Woche konstant starke Leistungen ab. Dabei spuckt er keine großen Töne, sondern überzeugt durch seine professionelle Einstellung und fußballerische Qualität.
Seine Entwicklung im Aufbauspiel zeigt ebenfalls Fortschritte: Anton wirkt reifer, klarer und strukturierter, übernimmt mehr Verantwortung und sucht aktiv spielerische Lösungen. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einem komplett modernen Innenverteidiger.
Der 100. Champions-League-Sieg des BVB markiert nicht nur einen wichtigen Schritt Richtung Achtelfinale, sondern unterstreicht auch die wachsende Bedeutung von Waldemar Anton. Er ist längst mehr als nur ein zuverlässiger Verteidiger – er ist der heimliche Chef im Schatten und einer der Schlüssel zur neuen Dortmunder Dominanz. In einer Saison mit vielen Widrigkeiten und personellen Wechseln bleibt Anton die verlässliche Konstante, auf die sich Trainer und Mannschaftskollegen jederzeit verlassen können.



