Rudi Völler hat sich nach elf Jahren bei Antonio Rüdiger entschuldigt. Der Weltmeister von 2014 hatte im Trainingslager vor der WM in Brasilien einen Fehler gemacht, der den damaligen Jungstar schwer traf. Völler räumte den Fauxpas nun öffentlich ein und bat um Verzeihung.
Missverständnis im Trainingslager
Im Mai 2014 bereitete sich die deutsche Nationalmannschaft in Südtirol auf die WM vor. Antonio Rüdiger, damals 21 Jahre alt und gerade von Stuttgart zu Roma gewechselt, war als Nachrücker dabei. Rüdiger fühlte sich unsicher, ob er wirklich zum Kader gehörte. In einem Interview mit der „Bild“ erklärte er: „Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht richtig willkommen war.“ Der Grund: Rüdiger trug im Training eine Mütze, was Völler, damals Sportdirektor des DFB, missfiel. Völler forderte ihn vor versammelter Mannschaft auf, die Mütze abzunehmen. Rüdiger fühlte sich bloßgestellt und dachte, er würde nicht akzeptiert.
„Das war ein Fehler von mir“, sagte Völler nun im Gespräch mit der „Bild“. „Ich hätte das unter vier Augen klären sollen. Es tut mir leid, wenn ich ihn damit verletzt habe.“ Völler betonte, dass er Rüdiger immer geschätzt habe und dass dessen Leistungen für die Nationalmannschaft herausragend seien.
Rüdigers Weg zum Weltmeister
Antonio Rüdiger wurde letztlich nicht für das WM-Turnier nominiert, obwohl er im erweiterten Kader stand. Bundestrainer Joachim Löw setzte auf andere Abwehrspieler. Rüdiger war enttäuscht, aber er kämpfte sich zurück. 2016 debütierte er in der A-Nationalmannschaft und wurde 2017 Confed-Cup-Sieger. Sein größter Erfolg folgte 2021 mit dem Gewinn der Champions League mit dem FC Chelsea. Heute ist Rüdiger einer der Führungsspieler bei Real Madrid und in der Nationalelf.
„Ich habe nie einen Groll gegen Rudi Völler gehegt“, erklärte Rüdiger. „Aber es hat mich damals beschäftigt. Die Entschuldigung zeigt, dass er ein fairer Sportsmann ist.“ Rüdiger und Völler haben sich inzwischen ausgesprochen und das Missverständnis ausgeräumt.
Völlers Rolle beim DFB
Rudi Völler war von 2000 bis 2004 Bundestrainer und anschließend bis 2022 Sportdirektor des DFB. In dieser Funktion war er für die Kaderplanung und die Zusammenstellung der Nationalmannschaft verantwortlich. Der Vorfall mit Rüdiger war einer von wenigen Kritikpunkten in seiner langen Amtszeit. Völler gilt als integre Persönlichkeit, die sich stets für das Wohl der Mannschaft einsetzte.
Die Entschuldigung kommt spät, aber sie zeigt, dass Völler aus seinen Fehlern gelernt hat. „Ich hoffe, Antonio kann mir verzeihen“, so Völler abschließend. Rüdiger nahm die Entschuldigung an: „Das ist Vergangenheit. Wir schauen nach vorne.“



