Neue Ära bei Union Berlin: Trainerin Eta mit klaren Vorstellungen
Die Fußball-Bundesliga erlebt einen historischen Moment: Marie-Louise Eta (34) hat das Traineramt bei Union Berlin übernommen und steht damit als erste Cheftrainerin an der Spitze eines Bundesliga-Klubs. Die Aufmerksamkeit ist groß, die Erwartungen ebenfalls.
Guardiola als Inspiration, aber keine Kopie
Im Sommer verriet Eta, wer ihr großes Vorbild ist: Pep Guardiola (55), der Star-Coach von Manchester City. „Bei Pep Guardiola hat mich immer begeistert, wie seine Mannschaften Fußball gespielt haben“, schwärmte sie. „Zudem versprüht er dieses Feuer für das Spiel und ist gleichzeitig sehr detailbesessen.“
Doch die neue Union-Trainerin macht deutlich, dass sie nicht beabsichtigt, die Mannschaft über Nacht in eine Guardiola-Kopie zu verwandeln. Die berühmten Pass-Staffetten des Tiki-Taka wird es an der Alten Försterei nicht geben. Eta stellt unmissverständlich klar: „Es geht nicht darum, jetzt auf einmal Tiki-Taka-Fußball zu spielen. Ich glaube, damit können wir nicht rechnen.“
Realistischer Ansatz mit Fokus auf Stabilität
Der Grund für diese pragmatische Herangehensweise liegt für Eta auf der Hand: „Natürlich kann man in drei Tagen nicht alles auf links drehen, sondern nur an ein paar Stellschrauben drehen.“ Statt revolutionärer Taktikwechsel steht zunächst die defensive Stabilität im Mittelpunkt – ein Ansatz, der bereits unter ihrem Vorgänger Steffen Baumgart verfolgt wurde.
Aber die Trainerin ist sich bewusst, dass Fußball ohne Tore nicht funktioniert. „Aber klar, wir wollen Tore schießen“, betont sie. In intensiven Trainingseinheiten mit der Offensive arbeitet sie an konkreten Lösungen: „Es ging darum, offensive Lösungen mit an die Hand zu geben. Wie kommen wir dahin? Wie können wir den ersten Druck überspielen?“
Taktische Flexibilität als Schlüssel
Ob die gewohnte Union-Dreierkette erhalten bleibt oder neuen Formationen weichen muss, lässt Eta bewusst offen. „Es gibt viele Überlegungen“, erklärt sie diplomatisch. „Ich weiß, dass ich in dieser Situation nicht zu viel verraten kann und darf. Es geht darum zu schauen, welche Spieler auf welche Position passen – für die Idee, die wir haben.“
Die endgültige Entscheidung über Dreier-, Fünfer- oder Viererkette bleibt bis zum Spieltag geheim. Eines ist jedoch sicher: Guardiola mag ihr Vorbild sein, aber bei Union Berlin zählt jetzt vor allem eines: Punkte holen.
Erste Bewährungsprobe gegen Wolfsburg
Die erste echte Bewährungsprobe wartet bereits am Samstag (15.30 Uhr), wenn Union Berlin den VfL Wolfsburg empfängt. Eta muss beweisen, dass ihre taktischen Überlegungen in der Praxis funktionieren. Die Eisernen-Fans hoffen auf einen erfolgreichen Start in die neue Ära – auf typische Union-Art, mit Kampfgeist und Leidenschaft, aber ohne revolutionäre Tiki-Taka-Experimente.
Die Trainerin betont abschließend: „Wir haben den Jungs schon Möglichkeiten mitgegeben, wie wir dieses Spiel bestmöglich gewinnen können.“ Ob diese Vorbereitung Früchte trägt, wird sich am Wochenende zeigen. Die Bundesliga verfolgt gespannt, wie sich der erste weibliche Cheftrainer in ihrer Geschichte behaupten wird.



