Union Berlin wehrt sich scharf gegen Sexismus nach Etas Beförderung zur Cheftrainerin
Union Berlin gegen Sexismus nach Etas Beförderung

Union Berlin setzt klare Kante gegen sexistische Hetze im Netz

Nach der historischen Ernennung von Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin der Männer-Mannschaft hat der 1. FC Union Berlin eine deutliche Position gegen sexistische und abfällige Kommentare in den sozialen Medien bezogen. Geschäftsführer Horst Heldt äußerte sich bei einer Pressekonferenz der Eisernen mit scharfen Worten zu den verbalen Ausfällen, die nach der Personalentscheidung aufgekommen sind.

Heldt weigert sich, sexistischen Unsinn zu lesen

„Ich habe das mitbekommen, aber ich weigere mich auch, das tatsächlich zu lesen und mich damit zu identifizieren oder mir irgendeinen Mist nur vor Augen zu führen“, erklärte Heldt entschieden. In den Gesprächen mit der 34-jährigen Eta seien die beleidigenden Äußerungen bewusst kein Thema gewesen. Der Geschäftsführer betonte die hohe Kompetenz der neuen Cheftrainerin und kritisierte, dass sich der Club in der heutigen Zeit überhaupt mit solchen Anfeindungen auseinandersetzen müsse.

Direkte Konfrontation auf Social-Media-Kanälen

Bereits vor der Pressekonferenz hatte Union Berlin auf den Plattformen wie X direkt auf herablassende Beiträge reagiert. Auf einen Nutzerkommentar, der den Verlust gegen eine Trainerin als besonders peinlich darstellte, antworteten die Köpenicker mit klaren Worten: „Aber genau das bist du, ein Sexist.“ Diese unmittelbare Gegenwehr wurde von Kommunikationschef Christian Arbeit ausdrücklich gelobt.

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Arbeit räumte ein, dass sich der Club „ein bisschen in die Social-Media-Schlacht hineingestürzt“ habe. Er zeigte sich schockiert über die Enthemmung mancher Nutzer: „Man muss sich streckenweise schämen, was für Menschen sich trauen, öffentlich sich in einer Weise zu entblößen, dass man ja eigentlich kaum Worte dafür findet.“

Vergleich mit historischer Pionierleistung

In seiner Argumentation zog Arbeit einen bemerkenswerten Vergleich zwischen Marie-Louise Eta und Walentina Tereschkowa, der ersten Frau im Weltall im Jahr 1963. Er versicherte, dass Eta mit ihrer Rolle als erste Frau in der Chefverantwortung eines Männer-Bundesligisten „einen pragmatischen Umgang“ pflege. Die 34-Jährige wird ihre erste öffentliche Pressekonferenz am Donnerstag vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag halten.

Positive Resonanz aus der Fußballbranche

Trotz der negativen Kommentare erhielten Heldt und Arbeit viel positives Feedback aus der Fußball-Branche für ihre mutige Personalentscheidung nach der Trennung von Chefcoach Steffen Baumgart. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner äußerte sich anerkennend: „Respekt und Anerkennung an den FC Union Berlin für diese Entscheidung. Ein starkes Signal für den Profifußball und für Frauen im Spitzensport.“

Dass Wegner bei seiner Würdigung den Doppelnamen der Trainerin falsch schrieb, begründete er nach einem Hinweis des Bundesligisten mit der Überwältigung über den historischen Schritt. Die Eisernen bereiten sich nun unter der Führung ihrer ersten Cheftrainerin auf die letzten fünf Saisonspiele vor und setzen damit ein Zeichen für Gleichberechtigung im Profisport.

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