Union Berlin reagiert auf Heidenheim-Niederlage: Baumgart muss gehen, Eta übernimmt
Nach einer enttäuschenden 1:3-Niederlage beim Tabellenschlusslicht 1. FC Heidenheim hat der Bundesligist Union Berlin am Samstagabend Konsequenzen gezogen und sich von Cheftrainer Steffen Baumgart sowie seinen Co-Trainern Danilo de Souza und Kevin McKenna getrennt. Diese Entscheidung markiert einen historischen Moment im deutschen Profifußball, denn als Nachfolgerin wurde die bisherige U19-Trainerin Marie-Louise Eta berufen, die damit zur ersten Cheftrainerin in der Geschichte der Fußball-Bundesliga aufsteigt.
Schwache Rückrunde führt zur Trennung
Geschäftsführer Horst Heldt begründete den Schritt mit der alarmierenden sportlichen Entwicklung des Teams. "Wir spielen bisher eine absolut enttäuschende Rückrunde und lassen uns vom Tabellenstand nicht blenden", erklärte Heldt. "Unsere Lage ist nach wie vor bedrohlich und wir benötigen dringend Punkte, um den Ligaverbleib zu sichern." Unter Baumgart hatte Union Berlin in der laufenden Saison nur zwei Siege aus den letzten 14 Spielen seit der Winterpause erzielt, was die Verantwortlichen zu diesem drastischen Wechsel bewog.
Baumgart, der als ehemaliger Spieler von 2002 bis 2004 für Union aktiv war, war im Januar 2025 als Trainer nach Berlin zurückgekehrt. Während die Hinrunde mit 23 Punkten und Platz neun noch vielversprechend verlief, brachte die Rückrunde lediglich neun weitere Zähler ein. Aktuell liegt der Tabellenelfte fünf Spiele vor Saisonende sieben Punkte vor dem Relegationsplatz, doch der Klassenerhalt ist keineswegs gesichert.
Marie-Louise Eta schreibt Geschichte
Die 34-jährige Marie-Louise Eta, die bereits im November 2023 als erste Co-Trainerin in der Bundesliga für Aufsehen sorgte, übernimmt die Profimannschaft nun interimistisch bis zum Saisonende. Anschließend wird sie, wie ursprünglich geplant, Cheftrainerin der Profimannschaft der Frauen von Union Berlin. "Ich freue mich, dass mir der Verein diese anspruvolle Aufgabe anvertraut", sagte Eta. "Eine Stärke von Union war und ist es, in solchen Situationen gemeinsam alle Kräfte zu bündeln. Und natürlich habe ich die Überzeugung, dass wir mit dem Team die entscheidenden Punkte holen."
Diese Ernennung ist nicht nur ein Meilenstein für die Gleichstellung im Sport, sondern auch ein klares Signal des Clubs, in der kritischen Phase des Abstiegskampfs auf neue Impulse zu setzen. Die Fußballwelt blickt gespannt darauf, ob Eta mit ihrem Team die dringend benötigte Trendwende schaffen und Union Berlin in der Bundesliga halten kann.



