Fünf iranische Fußballspielerinnen fliehen und beantragen Asyl in Australien
Fünf Spielerinnen der iranischen Frauenfußball-Nationalmannschaft haben das Team verlassen und in Australien Asyl beantragt. Die Spielerinnen Fatemeh Pasandideh (21), Zahra Ghanbari (34), Zahra Sarbali (32), Atefeh Ramazanzadeh (33) und Mona Hamoudi (32) sollen aus Sorge um ihre Sicherheit das Teamhotel verlassen haben und sich in polizeiliche Obhut begeben haben.
Trumps deutliche Forderung an Australien
US-Präsident Donald Trump (79) hat die australische Regierung in einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social aufgefordert, den Spielerinnen Asyl zu gewähren. „Australien begeht einen schweren humanitären Fehler, indem es zulässt, dass die iranische Frauenfußball-Nationalmannschaft in den Iran zurückgeschickt wird, wo sie höchstwahrscheinlich getötet werden“, schrieb Trump. Er bot zudem an, dass die USA die Spielerinnen aufnehmen würden, falls Australien dies ablehnt.
Der Beitrag wurde auch vom offiziellen X-Account des Weißen Hauses geteilt, was die politische Dimension der Angelegenheit unterstreicht. Eine offizielle Bestätigung von iranischer oder australischer Seite zu den Asylanträgen liegt bisher nicht vor.
Hintergrund: Verweigerung der Nationalhymne
Die Flucht der Spielerinnen erfolgte kurz vor der geplanten Rückreise des Teams aus Australien in den Iran. Dies geschah nach einem Vorfall, bei dem das komplette iranische Frauenfußball-Team beim Spiel gegen Südkorea am 2. März das Singen und Salutieren während der Nationalhymne des islamischen Regimes verweigert hatte.
Konservative Kommentatoren im Iran hatten dieses Verhalten als Verrat an der iranischen Regierung bezeichnet. In den darauffolgenden Spielen sang das Team die Nationalhymne wieder mit und salutierte, was auf möglichen Druck hindeutet.
FIFA reagiert auf die Sicherheitslage
Ein Sprecher des Fußball-Weltverbandes FIFA erklärte: „Die Sicherheit der iranischen Frauen-Nationalmannschaft hat für die FIFA höchste Priorität.“ Man stehe in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden und den relevanten Verbänden, um die Situation zu klären.
Die iranische Trainerin Marziyeh Jafari äußerte hingegen den Wunsch, in ihre Heimat zurückzukehren: „Ich möchte bei meinem Land und den Iranern in meiner Heimat sein. Wir sehnen uns nach der Rückkehr.“
Historische Parallelen zur WM 2022
Die Szenen in Australien erinnern an das Verhalten der iranischen Männer-Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Auch dort blieb das Team vor dem ersten Spiel stumm und sang die Nationalhymne erst vor der zweiten Partie wieder mit – mutmaßlich ebenfalls unter Druck des Verbandes.
Die aktuelle Entwicklung zeigt erneut die politischen Spannungen, die den Sport im Iran durchdringen, insbesondere im Hinblick auf die Behandlung von Sportlerinnen und deren öffentliche Haltung gegenüber dem Regime.



