Tah musste ran: DFB-Stars duckten sich beim Elfer-Schießen weg
Tah musste ran: DFB-Stars duckten sich beim Elfer-Schießen

Das Deutschland-Debakel gegen Paraguay besiegelte das WM-Aus der Nationalmannschaft nach einem 3:4 im Elfmeterschießen. Die Blamage wäre bereits während der 120 Minuten vermeidbar gewesen, spätestens aber im Elfmeterschießen. Wie BILD erfuhr, gab es schon bei der Reihenfolge der Schützen erhebliche Probleme. Nicht alle Spieler wollten Verantwortung übernehmen.

Der sechste Schütze: Tah als Notnagel

Knackpunkt war der sechste Schuss. Nach den ersten fünf Ausführungen jedes Teams stand es 3:3, sodass das Elfmeterschießen in den Sudden-Death-Modus überging. Bayern-Verteidiger Jonathan Tah (30) trat an und jagte den Ball über den linken Winkel. Es war der erste Elfmeter in seiner langen Profi-Karriere. Warum übernahm Tah überhaupt die Verantwortung? Nach BILD-Informationen soll es intern zuvor Schwierigkeiten gegeben haben, einen sechsten Schützen zu finden. Tah stellte sich als Erster dem hohen Druck, weil andere DFB-Stars gezögert und sich weggeduckt haben sollen.

Wer noch auf dem Platz stand

Auf dem Platz befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch Leon Goretzka (31), Waldemar Anton (29), Nathaniel Brown (23), Malick Thiaw (24) und Torwart Manuel Neuer (40). Angetreten waren nach Nagelsmanns Auswahl zuvor bereits Kai Havertz (27, verschossen), Kapitän Joshua Kimmich (31, verwandelt), Jamal Musiala (23, verwandelt), Nick Woltemade (24, verschossen) und Nadiem Amiri (29, verwandelt).

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Tah: Tragische Figur des Abends

Tah war die tragische Figur des Abends. Bereits in der Verlängerung war sein vermeintliches Kopfball-Siegtor wegen eines umstrittenen Anton-Fouls an Paraguay-Keeper Gill nach VAR-Ansicht zurückgenommen worden. Dass es im Elfmeterschießen nicht genügend Profis gab, die voller Selbstbewusstsein zum Punkt schreiten wollten, erinnert an Bayerns „Finale Dahoam“ 2012. Beim verlorenen Champions-League-Finale im eigenen Stadion gegen Chelsea hatten sich ebenfalls zahlreiche Profis weggeduckt, sodass Keeper Neuer (erfolgreich) beim dritten Schuss angetreten war. Bastian Schweinsteiger (41) war schließlich mit dem fünften Elfmeter an Petr Cech (44) gescheitert.

Fehlende Sieger-Mentalität

Deutschland ist raus bei der WM. Nicht erst beim Elfmeterschießen gegen Paraguay zeigte sich, dass der Mannschaft die hundertprozentige Sieger-Mentalität fehlte. Die Frage nach der mentalen Stärke der DFB-Elite wird nun intensiv diskutiert.

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