Sechs Ex-Kieler bei Preußen Münster: Das Duell der Abstiegskandidaten in der 2. Liga
Sechs Ex-Kieler bei Preußen: Abstiegsduell in der 2. Liga

Sechs Heimkehrer und ein Sportdirektor: Preußens Kiel-Verbindung vor dem Abstiegsduell

Neuanfang oder bereits der Anfang vom Ende? Im ersten sogenannten "Abstiegs-Finale" unter Trainer Alois Schwartz muss das Zweitliga-Schlusslicht Preußen Münster am Ostersonntag in Kiel dringend benötigte Punkte sammeln. Das Duell an der Ostsee (13:30 Uhr, live bei Sky) könnte über das weitere Schicksal beider Vereine entscheiden.

Die Kieler Vergangenheit der Preußen-Profis

Interessanterweise kennen sich gleich mehrere Münsteraner Spieler im hohen Norden bestens aus. Marvin Schulz (31), Joshua Mees (29), Mikkel Kirkeskov (34), Marcel Benger (27), Torge Paetow (30) und Niko Koulis (26) haben alle eine Vergangenheit bei den "Störchen" aus Kiel. Drei von ihnen – Schulz, Mees und Kirkeskov – gehörten sogar zum Kader, der vor zwei Jahren für ein Novum im deutschen Fußball sorgte: Sie waren maßgeblich am ersten Aufstieg eines Vereins aus Schleswig-Holstein in die Bundesliga beteiligt.

Noch bemerkenswerter: Rechnet man alle Einsätze für Münster und Kiel gegeneinander auf, hat das "Sextett" insgesamt sogar häufiger das Holstein-Trikot getragen. Die genauen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Koulis absolvierte genau 100 Spiele für Preußen und 39 für Kiel. Es folgen Kirkeskov (46/57), Mees (42/65), Paetow (27/1), Schulz (18/70) und Benger (15/24).

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Ein Kampf auf Augenhöhe mit besseren Vorzeichen für Kiel

Inzwischen haben auch die "Störche" den Weg zurück in die 2. Liga gefunden und kämpfen dort ebenfalls gegen den drohenden Abstieg in die Drittklassigkeit. Aktuell belegen sie den Relegationsrang und haben lediglich zwei Punkte mehr auf dem Konto als das Schlusslicht Münster. Ein Duell auf Augenhöhe also, bei dem die Hausherren jedoch mit einem psychologischen Vorteil ins Spiel gehen: Sie feierten am vergangenen Spieltag einen Auswärtssieg in Bochum (3:2), während der "Adlerclub" nach einer 1:3-Heimniederlage gegen Magdeburg die "Rote Laterne" übernahm.

Marvin Schulz äußerte sich im Podcast "Preußen Privat" ehrlich über seine Kieler Zeit: "Ich hatte eine tolle Zeit bei Holstein, habe mich dort immer sehr wohlgefühlt. Ähnlich wie jetzt in Münster." Doch solche Gedanken dürften am Wochenende keine Rolle spielen. "Ich freue mich zwar, viele gute Bekannte wiederzusehen," so Schulz, "aber auf dem Rasen zählen andere Dinge. Da geht es gegen einen direkten Konkurrenten, mit dem wir im Idealfall die Tabellenplätze tauschen können."

Sportdirektor mit besonderer Kiel-Bindung

Nicht nur sechs Spieler, auch Sportdirektor Jan Uphues (38) ist eng mit Kiel verbunden. Bevor er im Oktober 2025 von Holstein zu den Preußen wechselte, lebte und wirkte er dort 13 Jahre. Der gebürtige Münsteraner zog 2012 zum BWL-Studium in die frühere Hansestadt, jobbte nebenbei als Jugendtrainer für Holstein und arbeitete sich nach seinem Abschluss bis zum Sportdirektor hoch.

Uphues betont: "Es ist kein Geheimnis, dass ich ein ganz besonderes Verhältnis zu Kiel und den dortigen Menschen habe. Aber für solche Dinge ist jetzt nicht der passende Rahmen. Ich werde am Wochenende bei unserer Mannschaft im Hotel bleiben und mich ausschließlich auf die bevorstehende Aufgabe konzentrieren." Erst in der Sommerpause plant er, vielleicht noch einmal zurückzukehren – um Bekanntschaften zu pflegen und den Strand zu genießen. Vorausgesetzt natürlich, er bleibt weiterhin Sportdirektor eines Zweitligisten.

Weitere Nachrichten aus dem Preußen-Lager

Fast ein Jahr dauerte es, bis Preußens Rekord- und Doppel-Aufstiegs-Trainer Sascha Hildmann (53) einen neuen Job fand. Der im April 2025 nach fünfeinhalb Jahren an der Hammer Straße entlassene Pfälzer sitzt ab sofort bei Drittligist Jahn Regensburg auf der Bank. Hildmann, der seinen treuen Assistenten Louis Cordes (33) mitnimmt, unterschrieb zu Wochenbeginn einen Vertrag bis Juni 2028.

Zur neuen Saison 2026/2027 wechseln die Preußen zudem ihren Stadion-Caterer. Die in Münster frisch gegründete "Stadionwirte eGbR" der beiden Meppener Unternehmer Holger Eiken und Guido Grosch erhielt im Rahmen eines strukturierten Ausschreibungsverfahrens den Zuschlag. Alle Kioske im Stadion werden künftig mit bargeldlosen Kassen ausgestattet.

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Traurige Nachricht gibt es ebenfalls: Im Alter von 94 Jahren verstarb Alfred Balkau, der in den 70er Jahren als Funktionär und Vorstandsmitglied bei den "Adlerträgern" tätig war.