Die schottischen Fans verbreiten bei dieser Weltmeisterschaft nicht nur eine fantastische Stimmung, sondern zeigen auch bemerkenswerte Kreativität. Nach dem 1:0-Sieg am Sonntag gegen Haiti leerten die Anhänger der „Tartan Army“ die Kneipen in Boston und feierten bis tief in die Nacht. 28 Jahre nach der letzten WM-Teilnahme sind die Schotten wieder in wilder Partystimmung. Gut, dass sie dabei auch die richtigen Transportmöglichkeiten haben.
Schotten mit Schulbussen zum Spiel
Weil die Preise während der Weltmeisterschaft in allen Bereichen explodieren, haben Teile der schottischen Fans eine ungewöhnliche Maßnahme ergriffen. Sie fahren mit 21 gelben Schulbussen zu den Spielen nach Foxborough. Der Hintergrund: Die Bahnpreise wurden vervierfacht auf bis zu 80 Dollar pro Person. Eine Busfahrt kostet sogar 95 Dollar. Also buchten sie sich einfach eigene Busse.
Der Großteil der Fans hat seine Quartiere im 80 Kilometer südlich gelegenen Providence. Von dort sind es nur 30 Kilometer in das Stadion des NFL-Klubs New England Patriots. Das nächste Problem: Die FIFA verlangt für die Busparkplätze direkt an der Arena 600 Dollar. Zu viel für die Jungs von der „Tartan Army“. Stattdessen haben sie eine deutlich günstigere Alternative gefunden. Ian Cox, der zur Planungsgruppe „Schulbus“ gehört, hat in der Nähe des Stadions einen Bekannten. Dieser wiederum betreibt eine Autovermietung, wo die Busse abgestellt werden können. Doch ganz umsonst läuft diese Aktion nicht ab. Die schottischen Fans sind dafür bekannt, bei Auswärtsspielen Geld für gute Zwecke zu sammeln. Laut „Sportschau“ werden 10.000 Dollar an ein Kinderkrankenhaus in Providence gespendet, 6.500 Dollar erhält ein lokaler Dudelsackverein.
In ein paar Stunden werden die schottischen Fans wieder mit ihren gelben Schulbussen losrollen. Dann steht das zweite Gruppenspiel in Foxborough gegen Marokko an. Nach dem Sieg gegen Haiti wollen die Schotten jetzt die nächste Party feiern.



