Schlotterbecks riskantes Spiel: DFB-Verteidiger weckt nach Patzern böse Erinnerungen
Schlotterbeck: Riskantes Spiel weckt böse Erinnerungen

Schlotterbecks riskantes Spiel: DFB-Verteidiger weckt nach Patzern böse Erinnerungen

Nico Schlotterbeck erlebte im Freundschaftsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Schweiz einen rabenschwarzen Abend. Der Innenverteidiger des BVB patzte gleich doppelt und bereitete der Schweizer Elf damit zwei Tore vor. Seine Teamkollegen stärkten ihm nach dem 4:3-Sieg zwar den Rücken, doch die entscheidende Frage bleibt: Geht der 26-Jährige in seinem Spielaufbau zu viel Risiko ein? Sein Auftritt in Basel weckt bei vielen Fans böse Erinnerungen an vergangene Fehlleistungen.

Nagelsmanns Vertrauen und Schlotterbecks Wackler

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte vor der Partie keine Zweifel an seinem Wunsch-Duo in der Innenverteidigung gelassen: Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck sollten die Abwehrzentrale bilden. „Solange sie fit sind, spielen sie“, lautete die klare Marschroute nach ihren starken Leistungen in der jüngeren Vergangenheit.

Umso bitterer war Schlotterbecks Performance in Basel. Zunächst präsentierte er sich sattelfest, gewann wichtige Zweikämpfe und überzeugte mit präzisen Pässen. Doch in der 17. Minute leistete er sich einen folgenschweren Fehler im Aufbauspiel, 24 Minuten später verlor er erneut den Ball – beide Situationen mündeten in Tore für die Schweiz. Danach war dem Verteidiger die Verunsicherung deutlich anzumerken.

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Teamrückhalt und kritische Fragen

Nagelsmann selbst räumte die Schwächen ein: „Mit Ball war er ein bisschen unsicher, bisschen unkonzentriert in der ein oder anderen Situation.“ Dennoch betonte er Schlotterbecks Fähigkeit, sich im Spiel zu fangen: „Er hat in der zweiten Halbzeit super verteidigt, in vielen Situationen sehr hart verteidigt.“

Klare Rückendeckung erhielt der BVB-Star auch von seinen Mitspielern. Matchwinner Florian Wirtz erklärte: „Fußball ist ein Fehlersport, jeder macht Fehler. Nico ist einer, der mit den besten Spielaufbau von den Innenverteidigern in Europa hat.“ Pascal Groß ermutigte Schlotterbeck, seinem Stil treu zu bleiben: „Das sind seine Stärken. Die sollten wir ihm auf keinen Fall nehmen.“

Die Balance zwischen Risiko und Sicherheit

Doch bleibt die fundamentale Frage: Geht Schlotterbeck in seinem mutigen Aufbauspiel zu weit? Ein Hauch weniger Risikobereitschaft könnte ihm guttun, besonders in entscheidenden Momenten. Nagelsmann verteidigte zwar seinen Spielansatz – „Ich will, dass sie Dinge probieren, dass sie mutig sind“ – schob aber bedeutsam hinterher: „Klar, wenn es dann Richtung K.-o.-Spiel geht, muss man solche Dinge abstellen.“

Es wirkt, als wolle der Verteidiger manchmal zu viel beweisen. Einerseits spricht dies für seine ambitionierte Spielidee, andererseits verlangt nicht jede Spielsituation den spektakulären Pass. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr, besonders in der Defensive.

Eine noch ungeschriebene Erfolgsgeschichte

Schlotterbeck und die deutsche Nationalmannschaft – das ist bislang noch keine durchgängige Erfolgsgeschichte. Sein folgenschwerer Patzer beim WM-Gruppenspiel gegen Japan 2022 mag intern aufgearbeitet sein, doch bei vielen Fans bleibt diese Erinnerung präsent. Die konstant starken Leistungen, die er beim BVB zeigt, konnte er im DFB-Trikot noch nicht in gleichem Maße über längere Zeit bestätigen.

Dennoch bleibt Nagelsmanns Vertrauen ungebrochen. Konkurrenten wie Waldemar Anton oder Antonio Rüdiger müssen sich weiterhin gedulden. „Mit Ball waren ein paar Wackler dabei, aber das ist eine seiner größten Stärken. Da findet er am Montag schon wieder zurück“, zeigte sich der Bundestrainer gelassen.

Um seine Position in der Startformation dauerhaft zu festigen und leise Zweifel endgültig auszuräumen, wird Schlotterbeck allerdings in den kommenden Spielen ein überzeugenderes Gesicht zeigen müssen. Die Balance zwischen mutigem Spielaufbau und defensiver Sicherheit bleibt seine größte Herausforderung im DFB-Dress.

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