Nur eine Spielsperre für Rocco Reitz: Gladbach-Atmosphäre vor Derby in Köln
Rocco Reitz: Nur ein Spiel Sperre vor Kölner Derby

Gladbachs Rocco Reitz erhält nur ein Spiel Sperre – Derby in Köln möglich

Die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sorgt bei Borussia Mönchengladbach für spürbare Erleichterung: Rocco Reitz (23) wird nach seiner Roten Karte beim 1:4 in München lediglich für ein Spiel gesperrt. Ursprünglich hatten die Gladbacher sogar mit einer zweispieligen Sperre gerechnet, doch die Strafe fiel milder aus als befürchtet.

Verwandelter Elfmeter als entscheidender Faktor

Entscheidend für die Reduzierung der Sperre war ein ungewöhnlicher Umstand: Weil Bayern Münchens Jamal Musiala (23) den Elfmeter nach dem Foul von Reitz an Nicolas Jackson (24) zum zwischenzeitlichen 3:0 verwandelte, entfiel der Tatbestand der Verhinderung einer klaren Torchance. Durch den verwandelten Strafstoß war die Torchance schließlich realisiert worden – ein technisches Detail mit großer Wirkung für die Sperren-Bemessung.

Schiedsrichter Robert Schröder (40) hatte die Rote Karte im Nachhinein als „alternativlos“ verteidigt: „Ich hatte eine gute Sicht. Nicolas Jackson hatte eine bessere Position zum Ball, Rocco Reitz war hintendran und hat zunächst die Arme um den Gegner gelegt. Im Fallen hat er den Spieler ein zweites Mal geklammert. Dadurch kam der Bayern-Spieler nicht sauber zum Abschluss. Da es ein Haltevergehen ist und damit eine klare Torchance verhindert wurde, war regeltechnisch nichts anderes möglich als eine Rote Karte.“

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Polanskis Frust und Derby-Perspektive

VfL-Coach Eugen Polanski (39) zeigte sich nach dem Platzverweis dennoch verärgert: „Die reimen sich da immer was zusammen“, kritisierte er und befürchtete negative Auswirkungen auf die kommenden Wochen. Sein Unmut ist verständlich, denn Reitz fungiert als Vize-Kapitän und zählt zu den tragenden Säulen des Teams.

Die praktischen Konsequenzen der Sperre:

  • Reitz fehlt am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) im wichtigen Keller-Kracher gegen St. Pauli
  • Bereits am Samstag darauf (15.30 Uhr/Sky) ist der Mittelfeldspieler jedoch wieder einsatzbereit
  • Damit steht Reitz für das hoch emotionale Derby in Köln zur Verfügung

VAR-Einschränkungen und Abstiegskampf

Interessant ist die rechtliche Einordnung: Angeblich hätte die Video-Assistenten-Entscheidung (VAR) die Rote Karte nicht mehr korrigieren können. Schröder erklärte hierzu: „Die Reduzierung von einer Roten zu einer Gelben Karte ist nur dann möglich, wenn es sich um ein ballorientiertes Vergehen handelt. Für Haltevergehen gibt es nur die Möglichkeit, wenn man pfeift, Rot zu geben.“

Für Borussia Mönchengladbach bedeutet die vergleichsweise milde Strafe einen wichtigen Vorteil im Abstiegskampf. Statt in beiden Zitterspielen gegen St. Pauli und im Kölner Derby auf ihren Vize-Kapitän verzichten zu müssen, fehlt Reitz lediglich in einer der beiden Partien. In der hitzigen Atmosphäre des Rhein-Derbys gegen den 1. FC Köln wird seine Rückkehr besonders wertvoll sein.

Die Entscheidung des DFB zeigt einmal mehr, wie fein die Grenzen zwischen verschiedenen Strafmaßen im Profifußball verlaufen und wie technische Details – wie ein verwandelter Elfmeter – über die Länge von Spielsperren entscheiden können.

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