Europapokal-Zittern: Eintracht-Coach drückt deutschen Klubs die Daumen
Der spanische Trainer Albert Riera von Eintracht Frankfurt wünscht sich ausdrücklich Erfolge der deutschen Mannschaften auf der europäischen Bühne – und das nicht ohne eigennützige Hintergedanken. Sein Team könnte als erstes von einem verbesserten deutschen UEFA-Koeffizienten profitieren und so näher an die internationalen Wettbewerbe rücken.
Riera unterstützt Freiburg trotz spanischer Gegner
„Gestern war ich für Freiburg, obwohl es gegen eine spanische Mannschaft ging. Meine Landsleute werden es verstehen“, erklärte der Coach am Freitag vor dem Bundesliga-Topspiel gegen den formstarken Tabellenzweiten RB Leipzig am Samstagabend. Durch den Einzug des SC Freiburg ins Halbfinale der Europa League gegen Celta Vigo mit den Ergebnissen 3:0 und 3:1 erhöhten sich tatsächlich die Chancen der Eintracht, im kommenden Jahr international zu spielen.
Im dafür maßgeblichen UEFA-Ranking näherte sich Deutschland mit aktuell 21,214 Punkten Spanien mit 21,406 Punkten auf Platz zwei an. Neben Freiburg ist in der Champions League noch Bayern München vertreten, auch ihnen dürfte Riera nach eigenen Worten die Daumen drücken. „Wir wollen den bestmöglichen Koeffizienten für uns. Das hilft uns, näher an unsere Ziele zu kommen“, betonte der Trainer.
Champions-League-Startplatz als möglicher Vorteil
Denn ein zusätzlicher Champions-League-Startplatz würde der Eintracht – aktuell als Tabellensiebter knapp außerhalb der internationalen Ränge – als sogenannter „Nachrücker“ helfen. Selbst wenn Freiburg nicht den DFB-Pokal gewinnen sollte, könnte sich Frankfurt unter bestimmten Umständen für den Europacup qualifizieren. In der Mannschaft selbst sei dieses Thema laut Riera jedoch kein Gesprächsstoff. „Solche Gespräche habe ich nicht mit meinen Spielern. Wir fokussieren uns darauf, was wir auf dem Platz leisten müssen und wollen“, stellte er klar.
Fokus auf das Topspiel gegen Leipzig
Zunächst benötigt Frankfurt allerdings weitere Siege in der Bundesliga, etwa im anstehenden Topspiel gegen RB Leipzig. Das desaströse 0:6 aus dem Hinspiel schob Riera gedanklich beiseite. „Wir haben dieses Spiel diese Woche nicht erwähnt, denn im Fußball geht es um die Gegenwart, nicht um die Vergangenheit“, sagte er entschieden. „Wir sind bereit für dieses Spiel.“
Der Trainer betonte damit die Wichtigkeit der unmittelbaren Aufgaben, während die europäischen Perspektiven im Hintergrund eine zusätzliche Motivation darstellen könnten. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sowohl die deutschen Vertreter in den Europapokal-Wettbewerben als auch die Eintracht selbst von dieser speziellen Form der Solidarität profitieren können.



