Die lang erwartete Reform der Regionalliga steht unmittelbar vor einer entscheidenden Abstimmung. Am Montag sollen die Weichen für eine Neustrukturierung der vierten Liga gestellt werden. Nachdem sich sogar der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, für die Reform ausgesprochen hat, scheint ein Meilenstein bevorzustehen. Doch es gibt weiterhin zwei große Unsicherheiten, die den Erfolg des Projekts gefährden könnten.
Unterstützung aus der Politik
Kai Wegner hatte sich in den vergangenen Wochen mehrfach für eine Reform der Regionalliga stark gemacht. „Die Regionalliga ist das Fundament des deutschen Fußballs. Eine Reform ist überfällig, um die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität zu sichern“, betonte der CDU-Politiker. Seine Unterstützung gilt als wichtiger Impuls, um die notwendigen politischen und verbandsinternen Hürden zu überwinden.
Die Reform sieht unter anderem eine Reduzierung der aktuell fünf Regionalligen auf vier Staffeln vor, um die Aufstiegsrouten zur 3. Liga zu vereinheitlichen. Zudem sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Klubs verbessert werden. Viele Vereine hatten in der vergangenen Saison, wie die VSG Altglienicke aus Berlin und der FC Carl Zeiss Jena, öffentlich für eine Reform plädiert.
Zwei große Unsicherheiten
Trotz der breiten Zustimmung gibt es noch zwei offene Punkte, die für Diskussionen sorgen. Erstens die Frage der Finanzierung: Die Umsetzung der Reform ist mit erheblichen Kosten verbunden, etwa für die Anpassung der Spielpläne und die Logistik. Zweitens der Widerstand einiger Landesverbände, die um ihre Einflussnahme fürchten. „Wir brauchen eine Lösung, die alle 21 Landesverbände mitnimmt“, erklärte ein Sprecher des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
Bereits in der vergangenen Saison hatten zahlreiche Klubs ihre Unterstützung für die Reform bekundet. Die VSG Altglienicke und der FC Carl Zeiss Jena gehörten zu den lautstärksten Befürwortern. „Die Regionalliga muss attraktiver werden, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Die aktuelle Struktur ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte ein Vertreter der VSG Altglienicke.
Entscheidung mit Signalwirkung
Sollte die Reform am Montag beschlossen werden, wäre dies ein historischer Schritt für den deutschen Amateurfußball. Die Neustrukturierung könnte ab der Saison 2027/28 in Kraft treten. Kritiker warnen jedoch vor zu schnellen Veränderungen. „Eine Reform darf nicht zu Lasten der kleinen Vereine gehen“, mahnte ein Funktionär aus dem Südwesten.
Die Abstimmung am Montag wird mit Spannung erwartet. Sollte der Durchbruch gelingen, könnte die Regionalliga langfristig gestärkt aus der Krise hervorgehen. Bleiben die Unsicherheiten bestehen, droht das Projekt zu scheitern – mit möglicherweise weitreichenden Folgen für den deutschen Fußball.



