Preußen Münster zurück über der Linie: Verletzungssorgen um Kapitän Hendrix
Das torlose Unentschieden beim Auswärtsspiel gegen Fortuna Düsseldorf hat für den SC Preußen Münster nach Abschluss des 22. Spieltags der 2. Bundesliga noch einmal deutlich an Bedeutung gewonnen. Der Punktgewinn wurde zusätzlich aufgewertet durch die Niederlage des direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld in Magdeburg, wodurch die Ostwestfalen aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf den gefährlichen Relegationsplatz 16 abrutschten. Münster steht damit wieder knapp über der roten Linie – doch die Erleichterung wird durch ernste Verletzungssorgen um Kapitän Jorrit Hendrix getrübt.
Kampf um den Klassenerhalt spitzt sich zu
Der Abstiegskampf im deutschen Fußball-Unterhaus entwickelt sich zunehmend zu einer Nervenprobe für alle Beteiligten. Umso bitterer ist es für die Mannschaft von Cheftrainer Alexander Ende, dass sie nach einer Serie von acht sieglosen Spielen wieder mitten im Kampf um den Verbleib in der Liga steckt. Der letzte Dreier liegt mittlerweile 77 Tage zurück und gelang am 30. November 2025 ausgerechnet beim Erzrivalen Arminia Bielefeld.
Am kommenden Sonntag benötigen die „Adlerträger“ im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern dringend einen Sieg, um den Abwärtstrend zu stoppen. Trainer Ende hat bereits unmittelbar nach dem Abpfiff in Düsseldorf die Marschroute vorgegeben: „Wir müssen unsere Leichtigkeit irgendwie wiederfinden, arbeiten, füreinander da sein. Das sehe ich aber überall im Verein, auch auf den Rängen. Danke an die vielen Fans heute. Wir werden weiter hart arbeiten.“
Defensiv stabil, offensiv zu harmlos
Im Auftritt bei der ebenfalls formschwachen Fortuna Düsseldorf blieben die Münsteraner vor gut 7000 mitgereisten Anhängern über weite Strecken erschreckend schwach. Von ihrem lange Zeit so dominanten Kurzpassspiel war kaum etwas zu erkennen, und der Offensivdruck blieb extrem gering. Zumindest defensiv stand die Truppe um Kapitän Jorrit Hendrix jedoch stabil und blieb zum zweiten Mal in dieser Saison ohne Gegentor.
Ärgerlich ist dabei die Verletzung des erfahrenen Niederländers, der angeschlagen aus der Partie hervorging. Seine Auswechslung gegen Charalambos „Babis“ Markridis in der 83. Minute war keine taktische Maßnahme, sondern offenbar die Folge von Schmerzen im Knie, in dem sich Flüssigkeit gesammelt hatte. Sollten sich die Probleme nicht bessern, ist für den Wochenbeginn eine MRT-Untersuchung geplant.
Personalsorgen belasten Münster
Ein Ausfall von Hendrix würde die Preußen in dieser entscheidenden Saisonphase schwer treffen. Ohnehin ist der Kader bereits stark gebeutelt – beim Gastspiel in der Merkur-Spiel-Arena fehlten bereits sechs Profis verletzt:
- Simon Scherder
- Antonio Tikvic
- Malik Batmaz
- Oscar Vilhelmsson
- Joshua Mees
- Lars Lokotsch
Hinzu kam Yassine Bouchama wegen einer Rot-Sperre, die allerdings für das Spiel gegen Kaiserslautern abgesessen ist. Noch zwölf Spiele bleiben den Münsteranern, um die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.
Leistungssteigerung gegen Lautern gefordert
Gegen die Pfälzer, von denen Münster in der Hinrunde noch mit 1:4 deklassiert wurde, muss eine deutliche Leistungssteigerung her. Trainer Ende betonte: „Grundsätzlich ist ein 0:0 in Düsseldorf nicht verkehrt, aber wir haben einen anderen Anspruch. Vor allem müssen wir wieder unsere leichten Ballverluste und Fehler minimieren.“
Die Mannschaft hat in dieser Saison bereits bewiesen, dass sie an guten Tagen jeden Gegner schlagen kann. Selbst ein Sieg über die „Roten Teufel“ aus Kaiserslautern muss daher kein unmögliches Unterfangen bleiben, wenn die Preußen zu ihrer alten Stärke zurückfinden.



