Olympia-Traum in Berlin: Chancen schwinden trotz Lob für Konzept
Olympia-Traum in Berlin: Chancen schwinden trotz Lob

Die Bewerberstädte für die Olympischen und Paralympischen Spiele der Jahre 2036, 2040 oder 2044 haben ihre Konzepte fristgerecht beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht. Berlin ist dabei, doch die Chancen der Hauptstadt schwinden trotz vieler positiver Stimmen für den Entwurf.

Olympia in Berlin unter keinem guten Stern

Die Geschichte der Olympischen Spiele in Berlin ist vorbelastet: Die Propagandaspiele der Nationalsozialisten 1936 und das Scheitern der Bewerbung für 2000 werfen ihre Schatten. Dennoch hofft der Regierende Bürgermeister Kai Wegner auf einen wirtschaftlichen Impuls. „Olympische Spiele wären ein Zukunftsversprechen für Berlin und ein Motor für Projekte, von denen die Menschen lange nach den Spielen profitieren“, so Wegner.

Doch die Risiken sind groß. Der DOSB entscheidet am 26. September über den nationalen Kandidaten. Kurz zuvor, am 21. September, finden in Berlin die Wahlen zum Abgeordnetenhaus statt. Sollten die Grünen mit ihrer olympiakritischen Haltung in die Regierung kommen, könnte dies die Bewerbung gefährden.

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Volksbegehren als zusätzliche Hürde

Die Olympiagegner von NOlympia sammeln Unterschriften für ein Volksbegehren. 20.000 Unterschriften werden benötigt. Gabriele Hiller, Vertrauensfrau des Bündnisses, zeigt sich optimistisch: „Das werden wir schaffen. Allein bei Fahrradkorsos holen wir mehrere hundert Stimmen.“ Der zweite Schritt, das eigentliche Volksbegehren, ist noch schwieriger. Zuletzt scheiterte ein Versuch, Berlin autofrei zu machen.

Die DOSB-Mitglieder könnten zum Zeitpunkt der Wahl noch nicht wissen, ob das Volksbegehren zustande kommt. Dies stellt eine riesige Hürde für den CDU-geführten Senat dar. Ein reines Votum des Abgeordnetenhauses reicht vielen DOSB-Vertretern nicht; in der Bewerbungsmatrix ist eine Zustimmung ohne Referendum ein Nachteil.

Die Konkurrenz: München und Rhein-Ruhr

München punktet mit Erfahrung und der Gewissheit, die Spiele gut stemmen zu können. Die Rhein-Ruhr-Region setzt auf gesellschaftlichen Wert durch Infrastrukturverbesserungen. Berlin hingegen hat die Strahlkraft des Namens und das Gefühl, dass Olympia in der bekanntesten deutschen Stadt eine Chance verdient hat. Ob das reicht? Viele Zweifel bleiben. Hoffnung macht der Glaube – der soll ja Berge versetzen können.

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