Nagelsmanns Zukunft nach DFB-Aus: Was kommt nach dem Bundestrainer-Job?
Nagelsmanns Zukunft nach DFB-Aus: Was kommt jetzt?

Julian Nagelsmann steht nach der verheerenden WM-Niederlage vor dem Aus als Bundestrainer. Kaum jemand rechnet noch mit seinem Verbleib beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der 38-Jährige blickt nun auf einen langen Sommer voller Entscheidungen. Spätestens wenn alles geklärt ist, wird er sich auf sein Mountainbike schwingen und in die geliebten Berge fahren. Weit oben, am Ochsenälpeleskopf in den Ammergauer Alpen, findet er Ruhe und Entspannung – weit weg von den absurden Wendungen der Fußball-Welt.

Das Allgäu als Ort der Inspiration

Im Allgäu traf sich Nagelsmann vor dem Start in die WM-Qualifikation im vergangenen Spätsommer mit seinem Trainerstab. Das dort erarbeitete Konzept erwies sich jedoch als wertlos. Wenn der schlimmste Schmerz verarbeitet ist, könnte die Höhenluft neue Anreize für Ziele bieten. „Ein Leben ohne Ziele ist nicht erstrebenswert“, sagte Nagelsmann zu Beginn der WM-Mission. „Deshalb finde ich es gesund, Ziele zu haben.“ Mit einem Verbleib als Bundestrainer rechnet ernsthaft niemand mehr.

Welche Jobs kommen für Nagelsmann infrage?

„Er ist ein absoluter Toptrainer“, lobte DFB-Mentor Rudi Völler noch in der Nacht des Scheiterns in Foxborough. Vermutlich wird Nagelsmann wieder in den Club-Fußball streben. Der DFB-Job, den er ursprünglich nur neun Monate bis zur Heim-EM 2024 machen wollte, gefiel ihm, als er den Einfluss erkannte. Doch viele Experten sehen ihn als geborenen Vereinscoach. Der Reiz des täglichen Powerns reizt ihn, und eine lange Pause ist nicht seine Sache.

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Jeder deutsche Club ein Abstieg

Nach seinem Kometenaufstieg in Hoffenheim und Leipzig landete Nagelsmann beim FC Bayern – der besten Adresse in Deutschland. Eine Rückkehr nach München ist unrealistisch. Jeder andere nationale Club wäre ein Abstieg, außer vielleicht Borussia Dortmund. Doch der Posten ist mit Niko Kovac prominent besetzt. Bleibt das Ausland. Fließend Englisch spricht er. Doch auch dort ist Geduld gefragt. Die Topadressen von Real Madrid (José Mourinho) bis Manchester City (Enzo Maresca) und dem FC Liverpool (Andoni Iraola) sind besetzt. Xabi Alonso ist jetzt beim FC Chelsea. Eine direkte Neubeschäftigung nach einem Mammutprojekt ist ohnehin nicht ratsam. Pep Guardiola gönnte sich ein Jahr Auszeit in New York, nachdem er beim FC Barcelona aufgehört hatte.

Flick erfüllte sich den Barcelona-Traum

Hansi Flick wechselte nach seinem Scheitern als Bundestrainer zum FC Barcelona. So prominent kam kaum ein anderer Ex-Coach nach dem DFB-Job unter. Franz Beckenbauer sprang als Helfer in der Not nochmal beim FC Bayern ein, aber der Kaiser war eine andere Liga. Jürgen Klinsmann wurde nach München geholt – zu einer Zeit, als Nagelsmann bereits dort war. Besser lief es für Klinsmann als Trainer des US-Teams. Jupp Derwall ging in den 80er Jahren nach dem EM-Aus in die Türkei zu Galatasaray Istanbul und wurde dort verehrt. Berti Vogts tingelte nach einem kurzen Engagement bei Bayer Leverkusen über Kuwait, Schottland, Nigeria und Aserbaidschan weiter.

Löw blieb ohne Folge-Job

Der letzte Weltmeister-Coach, Joachim Löw, nahm seit 2021 keinen neuen Job mehr an. Eine so lange Auszeit wäre nichts für Nagelsmann. Eine brisante Option: Die Niederlande suchen nach ihrer eigenen WM-Enttäuschung einen neuen Bondscoach als Nachfolger von Ronald Koeman. Der erste Gegner wäre am 24. September in der Nations League die deutsche Nationalmannschaft.

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