Nagelsmann äußert sich zu Iran-Krieg und möglichen WM-Auswirkungen
Bundestrainer Julian Nagelsmann hat bei der Kader-Nominierung für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auch Stellung zum seit drei Wochen andauernden Krieg zwischen WM-Gastgeber USA und WM-Teilnehmer Iran bezogen. Der 38-Jährige wünscht sich ein schnelles Ende des militärischen Konflikts, da ein längerer Krieg auch Auswirkungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 haben könnte.
„Ich bin kein Politiker“ – Nagelsmann zieht klare Grenze
„Krieg beeinflusst immer Stimmungen, das ist selbstredend“, sagte Nagelsmann bei der Präsentation des ersten Nationalmannschafts-Kaders im WM-Jahr auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main. Der Bundestrainer betonte jedoch deutlich, dass er sich nicht in die Weltpolitik einmischen wolle. „Ich habe als Privatperson eine Meinung dazu. Ich bin als Bundestrainer der falsche Ansprechpartner, der dafür eine Lösung präsentiert. Ich bin kein Politiker und auch keiner, der die weltpolitische Lage mit irgendwelchen Aussagen in irgendeine Richtung drückt.“
Nagelsmann stellte klar, dass seine Aufgabe nicht darin bestehe, weltpolitische Entwicklungen zu bewerten. Stattdessen konzentriere er sich auf die Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft auf das Turnier. „Unser Job ist es, den Menschen, die unter Negativeinflüssen leiden, zumindest innerhalb der 90 Minuten in der schönsten Nebensache der Welt gute Momente zu bescheren. Wir versuchen, fußballerische Themen zu beeinflussen.“
Friedenswunsch für die WM 2026
Trotz seiner Zurückhaltung in politischen Fragen äußerte Nagelsmann einen deutlichen Wunsch für die anstehende Weltmeisterschaft. „Natürlich würde ich mir wünschen, dass kein Krieg herrscht. Wenn ich jetzt hier einen Knopf hätte, dass ich alle Kriege beenden kann und es eine WM wird mit Frieden und toller Stimmung, würde ich den sofort drücken. Aber den habe ich leider nicht.“
Die Fußball-WM 2026 wird vom 11. Juni bis 19. Juli in Kanada, Mexiko und den USA ausgetragen. Ein anhaltender Konflikt zwischen den USA und Iran könnte die Stimmung und möglicherweise auch die Sicherheitslage während des Turniers beeinträchtigen.
Fußball als verbindendes Element, aber ohne politische Macht
Nagelsmann hält an seiner Überzeugung fest, dass der Sport eine verbindende Wirkung habe. „Der Fußball – der Sport allgemein – hat eine verbindende Wirkung“, sagte der Bundestrainer. Gleichzeitig relativierte er jedoch die politische Einflussmöglichkeit des Sports: „Der Fußball wird aber nicht die weltpolitische Lage verändern.“
Diese Aussage unterstreicht Nagelsmanns Position, dass er als Bundestrainer zwar die positive Kraft des Fußballs betont, sich aber bewusst ist, dass sportliche Ereignisse keine politischen Konflikte lösen können. Seine Hauptaufgabe sieht er darin, das deutsche Team optimal auf die WM vorzubereiten und den Fans unter allen Umständen fußballerische Höhepunkte zu bieten.



