Bundestrainer Julian Nagelsmann hat bei einer Pressekonferenz in Houston vor dem WM-Start gegen Curaçao einen Journalisten abgeblockt, als er nach Kommentaren von Jürgen Klopp und Thomas Müller gefragt wurde. Mit der frostigen Antwort „Gut, dann nächste Frage“ reagierte Nagelsmann zunächst unwirsch auf die Frage nach seiner beruflichen Perspektive als DFB-Coach.
Ein englischer Journalist bohrte nach, woraufhin Nagelsmann mit einem Scherz konterte: „Seid ihr vom gleichen Verlag?“ Anschließend gab er eine ausführlichere, aber vage Antwort auf Englisch: „Ich denke, es ist nicht der richtige Weg für mich, über dieses Thema zu sprechen. Ich finde, es ist wichtig, dass jeder die Situation für sich selbst einschätzt. Ich habe meine Meinung und meinen Standpunkt, aber ich werde es euch nicht sagen.“
Auslöser der Fragen war ein Wortwechsel zwischen Klopp und Müller am Donnerstag als Experten für MagentaTV. Klopp hatte zur deutschen Startelf gesagt: „Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf“ – und fügte ein vielsagendes „noch“ hinzu. Müller stieg sofort ein: „Kloppooooo. Wir haben Juni. Du bist schon im September.“ Dies deutete an, dass Nagelsmanns Zeit im September enden könnte, obwohl sein Vertrag bis nach der EM 2028 läuft. Klopp wird als Top-Anwärter auf die Nachfolge gehandelt.
Nagelsmann gab sich angesichts der Sticheleien betont entspannt: „Zumindest haben wir viele Experten, viele Leute. Und auch Thomas und Jürgen sind coole Typen und haben viel Erfolg in der Welt des Fußballs. Also können sie zumindest über alles sprechen, worüber sie wollen.“ Sein Fokus liege auf seiner Aufgabe und einem siegreichen Start in die WM gegen Curaçao.
Ganz andere Töne schlug Nagelsmann gegenüber Lothar Matthäus an, der die Entscheidung des Bundestrainers verteidigt hatte, Jamal Musiala im zentralen Mittelfeld einzusetzen. Damit stellte sich Matthäus gegen Klopp und Müller, die stattdessen Deniz Undav auf der Zehner-Position vorgeschlagen hatten. Klopp schwächte seine Äußerung später ab.



