Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat sich nach dem 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen die Elfenbeinküste klar für Torjäger Deniz Undav in der Startelf ausgesprochen. „Ich glaube schon, dass man Undav jetzt von Anfang an bringen müsste – was die Leistung betrifft, was die Quote betrifft“, schrieb der Weltmeister von 1990 in einer Kolumne bei Sky. Undav hatte die Partie am Samstag in Toronto mit zwei Toren in der Schlussphase gedreht und damit erneut seine Joker-Qualitäten unter Beweis gestellt.
Matthäus lobt Moral und Joker-Qualitäten
Der 65-jährige Matthäus betonte, dass Undav keinesfalls nur die Rolle des Einwechselspielers anstrebe: „Undav will natürlich kein Joker sein. Das will keiner. Jeder Spieler sieht es im Endeffekt als sein Ziel an, sich dem Trainer anzubieten. Und das hat Undav gemacht.“ Auch die weiteren Einwechselspieler erhielten Lob: „Das hat alles funktioniert und das ist eine tolle Erkenntnis für den Trainer.“ Ex-Bundestrainer Berti Vogts pflichtete in seiner Kolumne für die „Rheinische Post“ bei und hob die Moral des DFB-Teams hervor. „Trotz des 0:1-Rückstands hatte ich keine Bedenken, dass es noch einen deutschen Sieg gibt“, so Vogts. Das Gegentor sei sogar ein Weckruf gewesen: „Es war spürbar, dass das Gegentor die Spieler bei der Ehre gepackt hat.“
Vorrundenabschluss gegen Ecuador
Matthäus rechnet für das letzte Gruppenspiel am Donnerstag in East Rutherford gegen Ecuador mit Veränderungen in der Startaufstellung, warnte jedoch vor zu vielen Umstellungen. „Die Mannschaft wird dieses letzte Gruppenspiel auch gewinnen wollen – alleine, um die Atmosphäre hochzuhalten, die Spannung hochzuhalten“, erklärte er. „Man sollte einen Rhythmus und Kern beibehalten. Es warten nur noch Hochkaräter.“ Emotional sei der Erfolg gegen die Ivorer „ganz wichtig“ gewesen, „nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für das Land Deutschland. Für die Fußball-Stimmung ist ein dramatischer Last-Minute-Sieg gegen die Elfenbeinküste vielleicht besser als ein klares 3:0.“
Undavs beeindruckende WM-Bilanz
Der Stürmer des VfB Stuttgart hat nach den ersten beiden deutschen Spielen bei der XXL-WM in den USA, Kanada und Mexiko nun drei Tore und zwei Vorlagen auf dem Konto. Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann hat Platz eins in der Gruppe E bereits sicher. Gegen Ecuador geht es nun um den Gruppensieg und die weitere Stimmung vor der K.o.-Phase.



