WM 2026: Marokko wirft Niederlande im Elfmeter-Krimi raus
Marokko wirft Niederlande im Elfer-Krimi raus

Monterrey – Die Niederlande haben bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ihre erste Niederlage kassiert. Im Sechzehntelfinale unterlagen die Oranjes Marokko mit 2:3 nach Elfmeterschießen. Die Afrikaner bleiben damit ungeschlagen und ziehen in die Runde der letzten 16 ein. Dort treffen sie am 4. Juli in Houston auf Gastgeber Kanada, den Zweiten der Gruppe C.

Gakpos emotionales Tor

Besonders bewegend war der Auftritt von Cody Gakpo. Der Linksaußen erzielte in der 72. Minute das 1:0 für die Niederlande und brach danach in Tränen aus. Gakpo und seine Freundin Noa hatten am Samstag mitgeteilt, dass sie ihren gemeinsamen Sohn noch vor der Geburt verloren haben. Nach dem Tor blickte der Liverpool-Star in den Himmel, seine Mitspieler umringten ihn und drückten ihn herzlich. Bondscoach Ronald Koeman, der Gakpo trotz der persönlichen Tragödie in die Startelf gestellt hatte, sagte: „Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand, um ihn zu unterstützen.“

Spielverlauf: Chancen auf beiden Seiten

Bereits in der 20. Minute hatte Marokko eine gute Chance: Bei einer Ecke von Achraf Hakimi köpfte Neil El Aynaoui wuchtig aufs Tor, doch Oranje-Keeper Bart Verbruggen parierte reflexartig. Eine Minute später wehrte Verbruggen erneut stark ab, diesmal gegen einen Schuss von Hakimi. In der 28. Minute ging Azzedine Ounahi mit hoher Intensität in ein Luftduell mit Jan Paul van Hecke und traf ihn mit dem Ellenbogen im Gesicht – der Schiedsrichter ließ jedoch ohne Verwarnung weiterlaufen. Kurz vor der Pause hatte van de Ven einen Schuss aus der zweiten Reihe, den Marokkos Torwart mit den Fingerspitzen über die Latte lenkte. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit schoss Ounahi knapp drüber, und der baldige Bayern-Spieler Ismael Saibari (der Deal soll im Juli bekannt gegeben werden) verfehlte das Tor nur um wenige Zentimeter, als er eine Hereingabe von Hakimi am zweiten Pfosten nicht über die Linie drücken konnte.

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Gakpos Tor und Diops Ausgleich

In der 56. Minute zeigte van de Ven eine starke Grätsche gegen Hakimi im Strafraum, die Hakimi mit einem fairen Händedruck quittierte. Der Durchbruch gelang den Niederländern in der 72. Minute: Wout Weghorst leitete einen Abschlag auf Crysencio Summerville weiter, der im Fallen den mitgelaufenen Gakpo bediente. Der Linksaußen vollstreckte eiskalt zum 1:0. Nach seinem Tor ging er zu Boden, seine Mitspieler und die Ersatzspieler rannten zu ihm und drückten ihn herzlich. Gakpo blickte in den Himmel, Tränen in den Augen, als würde er seines verstorbenen Sohnes gedenken. Kapitän Virgil van Dijk drückte ihn besonders fest.

Doch in der ersten Minute der Nachspielzeit gelang Marokko der Ausgleich: Der aufgerückte Verteidiger Issa Diop, der den Angriff selbst einleitete, hämmerte den Ball per Kopf ins Netz – 1:1. Es ging in die Verlängerung.

Verlängerung und Elfmeterschießen

In der 96. Minute hatte Soufiane Rahimi die Riesenchance zur Führung für Marokko, als er völlig frei aus sieben Metern zum Schuss kam, doch Verbruggen zeigte eine Jahrhundertparade. Danach fielen keine Tore mehr, und es kam zum Elfmeterschießen – wenige Stunden nach dem deutschen Elfmeter-Desaster. Vor dem Elfmeterschießen versammelten sich die Marokkaner zu einem Kreis und beteten gemeinsam ein islamisches Gebet.

Die Niederländer begannen: Teun Koopmeiners traf, Marokkos Neil El Aynaoui scheiterte an der Latte. Justin Kluivert traf den Pfosten, Soufiane Rahimi traf zum 1:1 – Verbruggen machte die Ecke selbst rein. Wout Weghorst traf sicher, Chemsdine Talbi ebenfalls. Quintin Timber schoss weit vorbei, Achraf Hakimi traf den Pfosten. Crysencio Summerville scheiterte an Bono, der mit einer Hand parierte. Ismael Saibari verwandelte schließlich den entscheidenden Elfmeter und schoss Marokko ins Achtelfinale.

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