Spätes Drama im Borussia-Park: Mainz rettet Punkt in Gladbach
In einem hochdramatischen Bundesliga-Spiel hat der FSV Mainz 05 am vorletzten Spieltag der Saison 2025/26 noch einen Punkt bei Borussia Mönchengladbach gerettet. Nadiem Amiri traf in der achten Minute der Nachspielzeit per Elfmeter zum 1:1-Ausgleich und verhinderte damit einen wichtigen Heimsieg der Gladbacher im Abstiegskampf.
Gladbach verpasst entscheidenden Dreier
Borussia Mönchengladbach hatte die Partie vor 50.245 Zuschauern im Borussia-Park optimal begonnen. Bereits in der siebten Minute brachte Joe Scally die Gastgeber in Führung. Nach einer schönen Kombination über Haris Tabakovic und Hugo Bolin traf der amerikanische Außenverteidiger überlegt ins linke untere Eck. Doch die frühe Führung schien den Borussen keine Sicherheit zu geben.
Statt das Spiel zu kontrollieren und nachzulegen, zog sich die Mannschaft von Trainer Polanski unerklärlich weit zurück. Die Offensivaktionen verloren an Tempo und Präzision, was den Mainzern trotz ihrer offensichtlichen Müdigkeit nach dem Conference-League-Aus drei Tage zuvor gegen Racing Straßburg neue Hoffnung gab.
Mainz zeigt Reaktion nach Fischer-Kritik
FSV-Trainer Urs Fischer hatte seine Mannschaft nach der 0:4-Niederlage in Straßburg ungewöhnlich scharf kritisiert und die Leistung als "wirklich unterirdisch" bezeichnet. Im Borussia-Park forderte er eine klare Reaktion: "Es gilt eine Reaktion zu zeigen auf das Spiel in Straßburg. Das gilt für alle. Alle sind gefordert."
Die Mainzer zeigten zwar Willen und dominierten zeitweise den Ballbesitz, doch an Durchschlagskraft mangelte es lange. Stattdessen hätte Gladbach die Führung ausbauen können: Jens Castrop vergab in der 32. Minute eine klare Chance, als er völlig frei seinen am Boden liegenden Mitspieler Nico Elvedi anschoss. Auch kurz nach der Pause scheiterte Castrop am Mainzer Torwart Daniel Batz.
Dramatische Schlussphase mit VAR-Entscheidung
In der Schlussphase wurden die Mainzer immer stärker und drängten auf den Ausgleich. Phillip Tietz vergab 20 Minuten vor dem Ende eine Kopfballchance. In der 88. Minute schien dann der Ausgleich perfekt: Joker Nelson Weiper köpfte zum 1:1 ein, doch der Schiedsrichter entschied nach VAR-Prüfung auf Abseits.
Die Entscheidung schien den Sieg für Gladbach zu besiegeln, doch in der Nachspielzeit kam die Wende: Gladbachs Yannik Engelhardt foulte Philipp Mwene im Strafraum. Nadiem Amiri blieb vom Punkt cool und traf zum späten 1:1-Ausgleich in der 98. Minute.
Auswirkungen auf den Abstiegskampf
Das Last-Minute-Remis hat erhebliche Auswirkungen auf den Abstiegskampf. Für Borussia Mönchengladbach bedeutet der verpasste Sieg, dass die Borussia vier Spieltage vor Saisonende mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz weiter bangen muss. Sportdirektor Rouven Schröder hatte die Bedeutung der Partie im Vorfeld betont: "Das ist ein eminent wichtiges Spiel für uns. Wir brauchen einen Hexenkessel, brauchen jeden einzelnen Fan."
Für Mainz war der späte Punktgewinn ein wichtiger Stimmungsaufheller nach dem bitteren Europapokal-Aus. Mit nun acht Punkten Vorsprung auf Platz 16 dürfte das Team von Trainer Urs Fischer den Klassenerhalt so gut wie sicher haben. Die Mainzer zeigten in Gladbach die geforderte Reaktion und bewiesen charakterliche Stärke in der Schlussphase.
Die Borussia hingegen muss die verpasste Chance verarbeiten. Nach den Siegen von Werder Bremen und VfL Wolfsburg am Samstag war der Druck auf die Gladbacher zusätzlich gestiegen. Nun bleibt die Mannschaft von Trainer Polanski weiter unter Druck, während Mainz mit einem wichtigen Punkt im Gepäck nach Hause fährt.



