Romelu Lukaku hat Belgien im WM-Sechzehntelfinale gegen Senegal mit einer starken Leistung zum 3:2-Sieg nach Verlängerung geführt. Der Stürmer, der erst in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, erzielte in der 86. Minute den Anschlusstreffer und war auch als Vermittler zwischen seinen Teamkollegen gefragt. Nach dem Spiel widmete er den Erfolg seinem im September 2023 verstorbenen Vater Roger Lukaku.
Emotionale Widmung an den verstorbenen Vater
„Ich glaube, mein Vater wacht über mich. Ganz sicher“, sagte Lukaku sichtlich gerührt im Siegerinterview auf dem Rasen von Seattle. Roger Lukaku, der selbst als Fußballer für Zaire (heute DR Kongo) aktiv war, starb unerwartet im Alter von 58 Jahren. Der bullige Angreifer zeigte sich nach dem dramatischen Spiel erschöpft, aber erleichtert.
Lukaku war zur Pause ins Spiel gekommen, als Belgien bereits 0:2 zurücklag. Sein Tor in der Schlussphase leitete die Aufholjagd ein, die Youri Tielemans mit dem Ausgleich kurz darauf vollendete. In der Verlängerung drehten die Belgier die Partie endgültig.
Lukaku als Streitschlichter und Führungsspieler
Neben seiner Torjägerqualität bewies Lukaku auch Führungsstärke. Als sich Tielemans und Leandro Trossard in einer Trinkpause lautstark in die Haare bekamen, schritt der 33-Jährige ein und schlichtete den Disput. „Romelu hat versucht, beide zu beruhigen. Ich mag das. Es zeigt, dass wir ein lebendiges Team haben“, lobte Cheftrainer Rudi Garcia.
Auch bei der Elfmetervergabe in der Verlängerung zeigte Lukaku Teamgeist: Obwohl er den Ball zunächst in der Hand hielt, überließ er die Ausführung Kapitän Tielemans. „Es ist für mich noch etwas schwierig, deswegen war es für mich besser, dass Youri schießt. Ich will nicht persönlich gewinnen. Das Team muss gewinnen“, erklärte Lukaku nach dem Einzug ins Achtelfinale.
Harte Saison und Comeback im Nationaltrikot
Für Lukaku war es eine schwierige Saison, in der er mit Verletzungen und Formschwankungen zu kämpfen hatte. Bei der WM avancierte er nun zum X-Faktor der Belgier. „Wir hatten wirklich Eier – das braucht man in so einem Spiel“, sagte der Angreifer über den Kraftakt gegen Senegal. Mit seinem Einsatz und seiner Erfahrung trug er maßgeblich dazu bei, dass Belgien eine drohende Niederlage noch abwendete.
Das Team von Trainer Garcia zeigte Moral und kämpfte sich nach einem 0:2-Rückstand zurück. Lukaku, der in der 86. Minute traf, war der Auslöser für die Wende. Der Sieg war umso bedeutender, da Belgien in der Gruppenphase bereits unter Druck stand.
Achtelfinaleinzug und Ausblick
Durch den Erfolg zog Belgien ins Achtelfinale ein und wahrt die Chance auf eine erfolgreiche WM. Lukaku, der in der Vergangenheit oft kritisiert wurde, zeigte sich in Seattle von seiner besten Seite – als Torjäger, als Teamplayer und als emotionaler Anführer. Die Erinnerung an seinen Vater gab ihm dabei zusätzliche Kraft. „Ich denke, er ist stolz auf mich“, sagte Lukaku abschließend.



