Extra-Training nach Meisterjubel: Bayerns Jungstar kämpft um Paris-Einsatz
München – Während seine Teamkollegen die 35. Deutsche Meisterschaft des FC Bayern auf dem Rasen der Allianz Arena ausgiebig feierten, hielt sich Shootingstar Lennart Karl (18) beim Jubeln und Hüpfen bewusst zurück. Grund für die Zurückhaltung des Youngsters: Ein Muskelfaserriss im rechten, hinteren Oberschenkel, den er sich vor elf Tagen im Training zugezogen hatte.
Vorsichtige Feier ohne Risiko
Anders als nach dem Halbfinal-Einzug gegen Real Madrid am vergangenen Mittwoch wollte Karl bei den Meisterfeierlichkeiten kein unnötiges Risiko eingehen. „Der Youngster wollte dieses Mal kein Risiko eingehen, dass bei den Feierlichkeiten ja kein Rückschlag passiert“, erklärt ein Vereinsinsider. Denn im Fokus des Offensivtalents steht ein viel größeres Ziel: Das Comeback im Halbfinale der Champions League gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain.
Extra-Schicht am trainingsfreien Montag
Um dieses Ziel zu erreichen, legte der deutsche Nationalspieler am trainingsfreien Montag – nur einen Tag nach der Meisterfeier ohne traditionelle Weißbierduschen und Schalenübergabe – eine Extra-Trainingseinheit an der Säbener Straße ein. Unter der fachkundigen Leitung von Reha-Chef Benjamin Sommer (44) betrat Karl um 10.03 Uhr gut gelaunt den Trainingsrasen.
In der 30-minütigen Einheit konnte der 18-Jährige erstmals seit seiner Verletzung wieder Übungen mit dem Ball absolvieren. „Zwei Tage nachdem das Offensiv-Juwel ins Lauftraining eingestiegen war, dribbelte er am Montag bereits um Mini-Hütchen“, berichtet ein Beobachter. Anschließend folgten mehrere Läufe in unterschiedlichem Tempo sowie Stabilisationsübungen.
Hoffnung auf Paris-Einsatz
Der deutliche Reha-Fortschritt macht Hoffnung, dass Karl es schaffen könnte, in acht Tagen in den Kader von Trainer Vincent Kompany (40) zurückzukehren. Seine Rückkehr zum Hinspiel in Paris am Dienstag, den 28. April (21 Uhr/Amazon Prime Video) wäre für die Bayern von entscheidender Bedeutung.
Die Personalnot im Offensivbereich ist groß:
- Serge Gnabry (30) fällt nach seinem Adduktoren-Ausriss am rechten Oberschenkel für rund drei Monate aus
- Jamal Musiala (23) ist nach seiner Schmerzreaktion im operierten linken Sprunggelenk noch nicht bei hundert Prozent Fitness
- Musiala kann kaum alle drei Tage in der Startelf stehen
Daher wird Karl als Alternative auf der Zehner-Position im heißen Endspurt um die Titel extrem gebraucht. Andernfalls müsste Allround-Profi Raphael Guerreiro (32) auflaufen oder Kompany würde eine Doppelspitze aus Harry Kane (32/51 Saisontore) und Nicolas Jackson (24) bilden.
Kompany hofft auf Top-Elf
Für die Kracher gegen Paris Saint-Germain (Rückspiel am 6. Mai in München) hofft der Meister-Coach jedoch auf seine Top-Elf – und damit auch auf Lennart Karl im Kader. Die nächsten Tage werden zeigen, ob die intensive Reha-Arbeit Früchte trägt und der Youngster rechtzeitig zu den entscheidenden Champions-League-Spielen zurückkehren kann.
Die Bayern-Fans halten jedenfalls die Daumen für ihren Jungstar, der trotz seiner Verletzung bereits beeindruckende Fortschritte gemacht hat und mit eisernem Willen um sein Paris-Comeback kämpft.



