Kanada verweigert Ghana-Star Partey Einreise zur Fußball-WM
Kanada verweigert Ghana-Star Partey Einreise zur WM

Die kanadischen Behörden haben dem ghanaischen Nationalspieler Thomas Partey die Einreise zur Fußball-Weltmeisterschaft verweigert. Wie der Weltfußballverband Fifa bestätigte, wurde ihm vor dem Spiel gegen Panama in Toronto die Einreise untersagt. Grund sind offenbar die in Großbritannien gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung. Partey bestreitet die Vorwürfe.

Fifa bestätigt Visum-Ablehnung

„Die Fifa kann bestätigen, dass der Spieler Thomas Partey nicht vom ghanaischen Team-Basislager in Boston, USA, nach Kanada reisen kann, um am Mittwoch, den 17. Juni, am ersten Spiel gegen Panama teilzunehmen, da sein Visumantrag von der kanadischen Regierung abgelehnt wurde“, teilte die Fifa mit. Der Verband betonte, nicht in die Einreiseverfahren der Gastgeberländer involviert zu sein.

Die kanadische Einwanderungsbehörde erklärte, sie äußere sich nicht zu Einzelfällen. Einer Person, die als „Sicherheitsrisiko“ eingestuft werde, könne jedoch die Einreise verweigert werden.

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USA lassen Partey einreisen

Im Gegensatz zu Kanada ließen die USA Partey einreisen. Der 32-Jährige befand sich laut Nachrichtenagentur AP auf dem Rückweg ins ghanaische Trainingslager in Rhode Island. Damit kann er an den folgenden Gruppenspielen gegen England und Kroatien, die beide in den USA stattfinden, teilnehmen.

Partey spielt aktuell beim spanischen FC Villarreal. Zuvor war er bei Arsenal in London aktiv.

Gerichtsverfahren in London

Partey steht seit April wegen Missbrauchsvorwürfen in London vor Gericht. Die nächste Anhörung ist für Oktober angesetzt. Ihm wird vorgeworfen, im Dezember 2020 eine Frau in London zweimal vergewaltigt zu haben. Vor dem Southwark Crown Court plädierte Partey auf nicht schuldig. Ein Urteil wird nicht vor Mitte 2027 erwartet.

Bereits im Juli 2025 war der Fußballer wegen fünf weiteren Fällen von Vergewaltigung und einem Fall von sexueller Nötigung angeklagt worden, die sich auf die Jahre 2021 und 2022 beziehen. Die Vorwürfe stammen von mehreren Frauen. Partey wies auch damals alle Vorwürfe zurück.

Der Mittelfeldspieler absolvierte 57 Länderspiele für die „Black Stars“. Im März stand er im Testspiel gegen Deutschland in Stuttgart auf dem Platz.

Häufung von Visa-Problemen

Vor Turnierbeginn gab es bereits mehrere Visa-Probleme. Die Anreise des Schweizer Nationalspielers Breel Embolo in die USA verzögerte sich aufgrund einer Vorstrafe. Der von den USA abgewiesene Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia hatte laut somalischem Fußballverband ein gültiges Visum, dem Referee wurden aber Verbindungen zu Terrororganisationen vorgeworfen.

Auch Delegationsmitglieder aus Iran sowie Fans aus dem Senegal und der Elfenbeinküste durften nicht einreisen. Der Präsident des palästinensischen Fußballverbands, Dschibril Radschub, gab am Freitag bekannt, dass ihm Visa für die USA und Kanada verweigert wurden. Er konnte jedoch nach Mexiko einreisen, um an der Eröffnungsfeier in Mexiko-Stadt teilzunehmen.

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