St. Paulis Kapitän Irvine wütend über Fujitas defensiven Fehler
Bei der Heimpleite des FC St. Pauli gegen den SC Freiburg mit 1:2 gab es eine Schlüsselszene, die zunächst kaum Beachtung fand. Nach dem Ausgleichstreffer der Gäste geriet Kapitän Jackson Irvine (33) außer sich vor Wut. Der Grund: Mittelfeldspieler Joel Fujita (24) hatte beim Gegentor entscheidende defensive Meter nicht mitgelaufen, was Trainer Alexander Blessin (52) nach dem Spiel ausführlich erläuterte.
Halbzeitansprache wurde ignoriert
„Wir haben genau auf diesen Punkt in der Halbzeit hingewiesen“, erklärte Blessin in der Nachbetrachtung. „Wir haben eine Szene gezeigt, wo wir diesen ballfernen Raum vom Zehner nicht geschlossen haben.“ Vor dem 1:1 in der 65. Minute konnte der spätere Torschütze Matanovic auf Vincenzo Grifo ablegen, der daraufhin genügend Raum und Zeit für die Torvorlage hatte.
„Es war der entscheidende Pass. Wenn er da einrückt, ist er da“, analysierte Blessin den Fehler von Fujita. Solche Nachlässigkeiten würden in der Bundesliga regelmäßig wertvolle Punkte kosten, betonte der Trainer.
Blessin: „Ein Killer in dem Moment“
Der St. Pauli-Coach zeigte sich besonders verärgert, weil das Team die problematische Situation genau besprochen hatte. „Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht, hat viele Ballgewinne gehabt. Und dann sind es genau diese unbequemen Laufwege. Es ist ärgerlich, weil wir die Situation genau so angesprochen haben. Das ist dann halt ein Killer in dem Moment.“
Irvines Frust über Schiedsrichterentscheidungen
Der defensive Fehler war nicht der einzige Grund für Irvines Verärgerung. Der australische Kapitän beschwerte sich während der gesamten Partie wiederholt bei Schiedsrichter Florian Badstübner (35). Besonders in der Phase nach dem Gegentreffer ließ der Unparteiische viele enge Situationen zugunsten der Freiburger weiterlaufen, was Irvines Frust weiter anheizte.
Nach dem Abpfiff marschierte Irvine direkt in die Kabine, ohne sich wie üblich den Fragen der Presse zu stellen – ein deutliches Zeichen seiner Enttäuschung über den Spielverlauf.
Nationalmannschaftspause für Irvine
Eine Frage war bereits vor der Partie geklärt worden: Jackson Irvine wird nach Absprache mit Nationaltrainer Tony Popovic (52) nicht zu den WM-Testspielen der australischen Nationalmannschaft reisen. Stattdessen wird nur Connor Metcalfe (26) bei den Begegnungen gegen Kamerun und Curacao dabei sein.
Blessin erklärte die Entscheidung mit Irvines Gesundheitszustand: „Sie haben besprochen, dass es besser ist, dass er regeneriert. Und für das Knochenwachstum noch mal eine Auszeit nimmt. Für ihn ist es wichtig, dass er bei der WM dabei ist. Er weiß, was er an ihm hat. Deswegen braucht er jetzt nicht zu Länderspielen.“
Der Kapitän hatte seit dem Herbst mit anhaltenden Schmerzen am operierten Fuß zu kämpfen, weshalb die Regenerationsphase nun Priorität hat. Diese Entscheidung unterstreicht die langfristige Planung sowohl des Vereins als auch des Nationalteams für den wichtigen Spieler.



