FIFA-Präsident Gianni Infantino bestätigt WM-Teilnahme des Iran
Die Frage, ob der Iran an der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2026 teilnehmen wird, ist nun offiziell beantwortet. FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) hat während eines Besuchs beim Testspiel des iranischen Nationalteams gegen Costa Rica in der Türkei klare Worte gefunden. In der Halbzeitpause des Spiels, das der Iran mit 2:0 für sich entscheiden konnte, verkündete der oberste Fußballfunktionär: „Der Iran wird bei der Weltmeisterschaft dabei sein. Dafür sind wir hier.“
Politische Spannungen und sportliche Realität
Die Bestätigung kommt vor dem Hintergrund anhaltender politischer Spannungen. Seit Ausbruch des Krieges gab es unterschiedliche Aussagen zur Teilnahme des Iran. Sportminister Ahmed Donjamali hatte zuletzt ausgeschlossen, dass das Team seine Spiele in den USA austragen würde, und forderte eine Verlegung nach Kanada oder Mexiko. Laut der ursprünglichen Auslosung soll der Iran jedoch in Seattle und Los Angeles antreten – beides Städte in den Vereinigten Staaten.
Infantino betonte, dass die Partien „dort stattfinden, wo sie laut Auslosung hingehören“. Bereits am Montag hatte er im mexikanischen Fernsehen deutlich gemacht: „Es gibt keinen Plan B, C oder D. Es gibt Plan A.“ Dennoch räumte der FIFA-Chef ein, dass die politische Lage „sehr kompliziert“ sei. Der Iran hatte in der vergangenen Woche seinen Nationalteams verboten, in Länder zu reisen, die als „feindlich“ gelten – darunter die USA.
Testspiele und Kaderentscheidungen
Das Testspiel gegen Costa Rica fand unter besonderen Umständen in der Türkei statt. Infantino zeigte sich beeindruckt von der Mannschaft: „Wir freuen uns, denn es ist eine sehr, sehr starke Mannschaft, ich bin sehr glücklich.“ Er habe die Spieler und den Trainer persönlich gesprochen, sodass alles in Ordnung sei. In der vergangenen Woche hatte der Iran noch mit 1:2 gegen Nigeria verloren.
Im Kader fehlte mit Sardar Azmoun ein prominenter Name. Der frühere Leverkusener Spieler war ebenso wie Mehdi Ghaedi nach kritischen Äußerungen nicht berücksichtigt worden. Das WM-Quartier der Mannschaft sollte ursprünglich in Tucson, im US-Bundesstaat Arizona, sein.
Infantinos Beziehung zu US-Präsident Trump
Interessant ist in diesem Zusammenhang das enge Verhältnis, das FIFA-Präsident Infantino zu US-Präsident Donald Trump (79) pflegt. Bei der WM-Auslosung Anfang Dezember machten beide ein gemeinsames Selfie, was die Verbindung zwischen Sport und Politik unterstreicht. Diese Beziehung könnte in den kommenden Monaten eine Rolle spielen, wenn es um die praktische Umsetzung der WM-Teilnahme des Iran geht.
Die Entscheidung von Gianni Infantino bringt nun Klarheit in eine Situation, die von Unsicherheit geprägt war. Ob alle politischen Hürden tatsächlich überwunden werden können, bleibt abzuwarten. Für den Moment steht jedoch fest: Der Iran wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 antreten.



