HSV Hamburg verpflichtet THW-Kiel-Talent Leon Nowottny
Der Handball-Bundesligist HSV Hamburg hat einen spektakulären Transfer perfekt gemacht: Torwart Leon Nowottny (20) wechselt vom deutschen Rekordmeister THW Kiel an die Elbe. Der gebürtige Hamburger kehrt damit in seine Heimatstadt zurück, wo er einst seine Karriere begann. Der Wechsel war bereits seit längerem im Gespräch und wurde nun offiziell bestätigt.
Nowottnys Entwicklung und aktuelle Situation
Leon Nowottny wurde in Hamburg geboren und startete seine Handball-Laufbahn 2014 beim AMTV. Fünf Jahre später wechselte er in die Nachwuchsakademie des THW Kiel, wo er sämtliche Jugendmannschaften von der U15 bis zur U17 durchlief. Im Frühjahr 2024 erhielt er seinen ersten Profivertrag bei den Zebras und blieb parallel fester Bestandteil der U19-Mannschaft.
Sein Bundesligadebüt gab Nowottny im Dezember 2024. In der Saison 2025/26 rückte er aufgrund von Verletzungen im Kader regelmäßig in den Profibereich auf. Während der Hinrunde bildete er sogar ein Torwartgespann mit Nationaltorhüter Andreas Wolff, da Stammkeeper Gonzalo Pérez de Vargas verletzt ausfiel. Einsätze in der Bundesliga und European League folgten.
Aktuell steht Nowottny per Zweitspielrecht beim TV Großwallstadt in der 2. Bundesliga zwischen den Pfosten und sammelt dort wertvolle Spielpraxis. Diese Erfahrung soll ihm den Einstieg beim HSV erleichtern.
Emotionale Rückkehr in die Heimat
Für Nowottny ist der Wechsel nach Hamburg besonders emotional: „Ich habe ja schon eine besondere Verbindung zu Hamburg – ich bin hier geboren und habe hier mit dem Handball angefangen. Es war immer ein Traum von mir, irgendwann wieder in meiner Heimatstadt zu spielen“, erklärt der 20-Jährige. „Als dann der Kontakt zustande kam und ich mich mit Jogi Bitter zusammensetzte, hat sich alles direkt richtig angefühlt. Dieses positive Feedback von allen Beteiligten hat mir ein super Gefühl gegeben – und dann war die Entscheidung relativ schnell klar.“
Über seine persönlichen Eigenschaften sagt Nowottny: „Ich bin jemand, der fast immer gute Laune hat und mental sehr stabil ist. Ich möchte der Mannschaft Energie geben, auch wenn es mal nicht so läuft, und jemand sein, auf den man sich verlassen kann.“
Klare Rollenverteilung beim HSV
HSV-Sportdirektor Johannes Bitter erläutert die strategische Entscheidung: „Wir haben uns relativ schnell für einen jungen, unglaublich hungrigen und sehr talentierten deutschen Torwart entschieden, der trotz seines Alters bereits wichtige Erfahrungen gesammelt hat. Leon war beim THW voll integriert, ein echter Teil der Mannschaft, und hat dort auch Impulse gesetzt.“
Bitter betont die Bedeutung der aktuellen Spielpraxis in Großwallstadt: „Uns war gleichzeitig wichtig, dass er jetzt noch einmal auf höchstmöglichem Niveau Spielpraxis sammelt, weshalb der Schritt nach Großwallstadt genau der richtige war. So kommt er bestmöglich vorbereitet zu uns zurück.“
Zur künftigen Torhüterkonstellation beim HSV sagt Bitter: „Die Rollen sind klar kommuniziert: Robin ist unsere Nummer eins, Leon startet als Nummer zwei. Aber Leon wird seine Chancen bekommen und seine Qualität zeigen können. Wir glauben, dass das ein sehr spannendes Duo ist – zumal ein Hamburger Junge nach Hamburg zurückkehrt.“
Überzeugende Persönlichkeit
Der HSV-Sportdirektor zeigt sich beeindruckt von Nowottnys Charakter: „Wir haben uns dabei auch gegen namhafte Konkurrenz durchgesetzt, was zeigt, wie sehr Leon von unserem Weg überzeugt ist. Seine Ausstrahlung, sein Wille und sein Mut haben uns in den Gesprächen extrem beeindruckt. Er ist keiner, der sich versteckt, sondern jemand, der angreifen will – genau solche Spieler brauchen wir.“
Parallel zum Wechsel Nowottnys bestätigte der HSV Hamburg auch den Abgang von Mohamed El-Tayar, der sich dem TVB Stuttgart anschließt. Details zur Vertragsdauer von Nowottnys Engagement nannte der Verein nicht.
Mit dieser Verpflichtung stärkt der HSV Hamburg seine Torhüterposition nachhaltig und holt gleichzeitig ein lokales Talent zurück in die Hansestadt. Nowottnys Entwicklung in Kiel und seine aktuellen Erfahrungen in Großwallstadt sollen ihm den Einstieg in die Daikin Handball-Bundesliga beim HSV erleichtern.



