VfB-Trainer Sebastian Hoeneß vor dem Heimspiel gegen den HSV: Gelassenheit statt Rachegedanken
Nach der enttäuschenden Niederlage gegen Borussia Dortmund will der VfB Stuttgart unter Trainer Sebastian Hoeneß wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) empfangen die Schwaben den Aufsteiger Hamburger SV im heimischen Stadion – eine Partie mit besonderer Vorgeschichte.
Die bittere Erinnerung an das Hinspiel in Hamburg
Im Volksparkstadion erlebte der VfB im Hinspiel eine herbe Enttäuschung. Tief in der Nachspielzeit vergaben die Stuttgarter einen möglichen Punktgewinn und unterlagen schließlich mit 1:2. Nach einer missglückten Freistoßvariante und einem Ballverlust von Angelo Stiller lief der VfB in einen Konter, den Fábio Viera in der 94. Minute zum Siegtreffer für den HSV nutzte.
„Das Hinspiel haben wir nicht vergessen“, räumt Hoeneß ein. „Aber brachiale Rache-Gelüste wären übertrieben. Das war ein harter Moment. Wir sind davon ausgegangen, dass wir gewinnen oder unentschieden spielen. Und dann haben alle gesehen, was passiert ist.“
Positive Erinnerungen an frühere Duelle
Doch der 43-jährige Trainer blickt nicht nur auf negative Erfahrungen mit dem HSV zurück. In der Saison 2022/23 setzte sich der VfB in der Relegation souverän gegen die Hamburger durch (3:0 und 3:1). „Daran habe ich ausschließlich positive Erinnerungen, weil wir es am Ende gepackt haben“, erinnert sich Hoeneß.
„Es war verdient, wir haben gemeinsam eine richtige Drucksituation überstanden. Das Hinspiel war überragend. An den Kopfball von Dinos Mavropanos in der ersten Minute erinnere ich mich noch ganz genau. Das Stadion ist explodiert, Wahnsinn. Das war wie ein Knotenlöser für das Rückspiel.“
Warnung vor dem starken Aufsteiger
Für den VfB, der unter Hoeneß von der Relegation in die Champions League stürmte und im Frühjahr 2026 wieder um einen Platz unter den besten Vier kämpft, wäre ein Dreier gegen den HSV wichtig. Doch der Trainer warnt vor Unterschätzung:
„Das ist ein Aufsteiger, der eine sehr gute Saison spielt. Sie werden ihr Ziel Klassenerhalt frühzeitig erreichen und haben mit Merlin Polzin einen Trainer, der der Mannschaft eine klare Struktur und klare Abläufe an die Hand gibt. Wir müssen sehr aufmerksam sein.“
Personelle Veränderungen bei den Stuttgarter
Für die Revanche gegen den HSV muss Hoeneß auf seinen gesperrten Kapitän Atakan Karazor verzichten. An dessen Stelle wird der 20-jährige Youngster Chema in die Startelf rücken. Ansonsten kann der VfB-Trainer aber aus dem Vollen schöpfen und mit einer nahezu optimal besetzten Mannschaft in das wichtige Heimspiel gehen.
Die Stuttgarter wissen, dass sie nach der BVB-Pleite dringend wieder Punkte benötigen, um ihre Ambitionen für die Champions-League-Plätze aufrechtzuerhalten. Das Duell gegen den HSV bietet dafür die ideale Gelegenheit – auch wenn Hoeneß betont, dass es ihm nicht um Rache, sondern um einen konzentrierten und erfolgreichen Fußball geht.



