Hoeneß rechnet mit Tuchel ab: 'Stanisic hat er gefragt, ob er Deutsch kann'
Uli Hoeneß hat in einem aktuellen Podcast mit deutlichen Worten gegen den ehemaligen Bayern-Trainer Thomas Tuchel nachgetreten und dabei eine schier unglaubliche Geschichte aus dessen Amtszeit enthüllt. Der langjährige Bayern-Macher übt vernichtende Kritik an dem heutigen Trainer der englischen Nationalmannschaft.
Die unglaubliche Stanisic-Geschichte
Im Podcast 'Auf eine weiß-blaue Tasse' mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder berichtete Hoeneß von einem Vorfall, der Tuchels Amtszeit charakterisieren soll. 'Den Stanisic hat er mal gefragt, ob er Deutsch kann, dabei ist er hier geboren', so der Ehrenpräsident des FC Bayern München. Josip Stanisic, der sich für die kroatische Nationalmannschaft entschied, ist tatsächlich gebürtiger Münchner und verbrachte seine gesamte Jugend bei Münchner Vereinen, bevor er 2017 in die Bayern-Jugend wechselte.
Hoeneß betonte im Gespräch mit Söder: 'Das sind alles so Dinge, die nicht gehen. Und da ist der große Unterschied'. Der 74-Jährige nutzte die Gelegenheit, um grundsätzliche Kritik an Tuchels Führungsstil zu üben.
Kritik an Tuchels Pressekonferenzen
Im Podcast wurde Hoeneß nach den Unterschieden zwischen Erfolgscoach Vincent Kompany und dessen Vorgängern befragt. Dabei fiel sein Urteil über Tuchel vernichtend aus. 'Zwei Dinge sind wichtig', erklärte Hoeneß. 'Dieser Trainer macht jeden Spieler besser. Und ich habe ihn (Kompany) noch nie eine Pressekonferenz leiten sehen, dass er gesagt hat: Ich brauche einen linken Verteidiger, ich brauche einen rechten Verteidiger, wie das unter Tuchel der Fall war.'
Die öffentlichen Auftritte Tuchels hat der Bayern-Macher noch gut in Erinnerung: 'Wenn da nicht gut gespielt wurde, hat der sich nie selbst hinterfragt, sondern da war immer die Mannschaft schuld: Mit dem rechten Verteidiger geht das nicht, Kimmich ist auch nicht so ein guter Spieler'. Besonders deutlich wurde Hoeneß bei der Erwähnung von Ryan Gravenberch: 'Und bei Gravenberch, der jetzt in Liverpool spielt: Den kann ich überhaupt nicht gebrauchen.'
Historischer Kontext der Kritik
Thomas Tuchel kam im März 2023 als Nachfolger von Julian Nagelsmann an die Säbener Straße. Nur eine Saison später trennten sich jedoch im Sommer 2024 die Wege wieder. Seitdem hat sich Hoeneß immer wieder kritisch über den Ex-Trainer geäußert. Tuchels Nachfolger Vincent Kompany entpuppte sich für den deutschen Rekordmeister dagegen als Glücksgriff.
Die aktuelle Kritik von Hoeneß zeigt, dass die Wunden der Tuchel-Ära beim FC Bayern noch nicht verheilt sind. Die öffentliche Abrechnung mit dem ehemaligen Trainer unterstreicht die hohen Erwartungen, die der Verein an seine Trainer stellt - und die Enttäuschung, die Tuchel bei den Verantwortlichen hinterlassen hat.



