Die Straße von Hormus bleibt für den internationalen Schifffahrtsverkehr gesperrt. Iran nahm seine Ankündigung zurück, die Meerenge für die Dauer der Waffenruhe für Schiffe zu öffnen. Das teilte das Hauptquartier der iranischen Streitkräfte mit.
Als Grund führte Iran die anhaltende Seeblockade der USA an, die Schiffe daran hindert, iranische Häfen anzusteuern oder zu verlassen. Obwohl Iran der kontrollierten Durchfahrt einer begrenzten Anzahl von Öltankern und Handelsschiffen zugestimmt habe, hätten die USA ihre Blockade fortgesetzt. Daher gelte wieder die frühere Regelung: Die Meerenge unterliege der strengen Verwaltung und Kontrolle der iranischen Streitkräfte.
Unklar ist, ob die Route zwischenzeitlich überhaupt wirklich geöffnet war. Nach Irans Ankündigung am Freitag hatten mehrere Handelsschiffe Kurs auf die Straße genommen, kehrten aber angesichts der unsicheren Lage wieder um. Laut Daten des Analyseunternehmens Kpler passierten am Samstagmorgen mehrere Tanker die Meerenge, während CNN nur fünf Frachtschiffe und ein leeres Kreuzfahrtschiff meldete.
Das britische Militär meldete einen Angriff von zwei Schnellbooten der iranischen Revolutionsgarde auf einen Tanker in der Straße von Hormus. Der Tanker und seine Besatzung seien in Sicherheit. Zudem berichteten mindestens zwei Handelsschiffe, bei dem Versuch der Durchquerung unter Beschuss geraten zu sein. Iran äußerte sich bisher nicht zu den Angriffen.
US-Präsident Donald Trump lehnte es ab, die Seeblockade aufzugeben, solange kein Friedensabkommen mit Iran erzielt sei. Die nächsten Verhandlungen sollen am Wochenende stattfinden. Eine erste Gesprächsrunde in Islamabad war ohne konkrete Ergebnisse geblieben. Pakistanische Behördenvertreter erklärten, man arbeite weiterhin auf eine Einigung hin.



