Hoeneß-Ansage: Neuer soll Urbig-Patenschaft übernehmen - Nübel-Zukunft ungewiss
Hoeneß: Neuer soll Urbig-Patenschaft übernehmen

Hoeneß mit klarer Ansage zur Torwart-Frage beim FC Bayern

In der Diskussion um die Torwart-Zukunft des FC Bayern München hat Ehrenpräsident Uli Hoeneß eine deutliche Position bezogen. Der 74-jährige Klub-Patron äußerte im Podcast Auf eine weiß-blaue Tasse der Bayerischen Staatsregierung seinen Wunsch, dass Stammkeeper Manuel Neuer noch ein weiteres Jahr bei den Münchnern bleiben und eine Patenschaft für den jungen Jonas Urbig übernehmen soll.

Neuer als Mentor für Urbig

„Wenn es nach mir geht, werden wir versuchen, ihn noch ein Jahr bei uns zu behalten, und ihn bitten, so ein Patronat für den Urbig zu machen“, sagte Hoeneß im Gespräch mit Ministerpräsident Markus Söder. Der Ehrenpräsident betonte, dass Neuer sich zusammen mit Urbig bereiterklären solle, in manchen Spielen zu verzichten, damit der 22-jährige Nachwuchstorhüter Spielpraxis sammeln kann.

„Was er bisher gezeigt hat, lässt wirklich hoffen, dass er es schaffen kann. Das kann er aber nur schaffen, wenn er spielt“, so Hoeneß weiter. „Deswegen wird es sehr wichtig sein, dass Manuel bereit ist, eine Patenschaft für ihn zu übernehmen. Sie verstehen sich übrigens sehr gut.“

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Konsequenzen für Alexander Nübel

Die von Hoeneß gewünschte Konstellation hätte direkte Auswirkungen auf Alexander Nübel. Der derzeit an den VfB Stuttgart ausgeliehene Torwart (29) hat einen Vertrag beim FC Bayern bis 2030. Sollte es tatsächlich zu einem Jobsharing zwischen Neuer und Urbig kommen, wäre für Nübel kein adäquater Platz mehr im Torwart-Team der Münchner.

Für den DFB-Keeper macht eine Rückkehr an die Säbener Straße sportlich nur Sinn, wenn ihm ein offener Kampf um regelmäßige Spielzeiten ermöglicht wird. In der von Hoeneß vorgeschlagenen Lösung wäre diese Perspektive nicht gegeben. Nach Informationen der BILD besteht bereits seit Wochen die klare Tendenz in der Vereinsführung, dass Urbig in der nächsten Saison mehr Spiele von Neuer bekommen soll.

Finanzielle Hürden bei Nübel-Transfer

Für den Fall, dass Neuer um ein weiteres Jahr verlängert oder Urbig direkt seine Nachfolge antritt, würde bei Nübel ein Verkauf angestrebt werden. Allerdings gestaltet sich dies aus finanziellen Gründen schwierig:

  • Nübel verdient ein geschätztes Jahresgehalt von rund 10 Millionen Euro
  • Sein Marktwert liegt laut transfermarkt.de bei etwa zwölf Millionen Euro
  • Die Kombination aus hohem Gehalt und Ablösesumme erschwert die Suche nach einem Abnehmer

Gut möglich also, dass Nübel beim Trainingsauftakt Ende Juli zunächst wieder in München aufschlägt – nach den Aussagen von Hoeneß aber wohl ohne wirkliche Zukunftsperspektive beim Rekordmeister.

Freund bleibt gelassen

Sportdirektor Christoph Freund zeigte sich auf der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen Stuttgart gelassen: „Wir haben ja jetzt schon öfter über Manu gesprochen und seine Situation und gesagt, dass es an Manu liegt. Manu wird entscheiden, wie er sich fühlt, was sein Bauchgefühl sagt, ob es noch ein Jahr weitergeht.“

Freund betonte die aktuelle gute Form des 40-jährigen Nationaltorwarts: „Aktuell ist er fit, zeigt tolle Leistungen. Das ist das alles Entscheidende. Wir haben schon oft besprochen, dass wir uns alle wünschen, dass Manu noch ein Jahr bei uns bleibt – sowohl als Kapitän als auch als Führungsspieler in der Kabine und auf dem Platz.“

Zur Torhüter-Konstellation insgesamt sagte der Sportdirektor: „Über Alex Nübel haben wir auch schon öfter gesprochen. Er spielt wieder eine gute Saison, spielt die letzten Jahre sehr, sehr gut. Wir haben eine sehr, sehr gute Situation mit unserer Torhüter-Konstellation und sind da deshalb sehr entspannt.“

Hoeneß‘ Einfluss bleibt gewichtig

Bemerkenswert an der Aussage des Ehrenpräsidenten ist, dass es sich um das erste Mal handelt, dass sich das einflussreiche Aufsichtsratsmitglied öffentlich deutlich für Urbig als Neuer-Nachfolger ausspricht. Zwar ist es in Hoeneß‘ derzeitigem Amt nicht seine Aufgabe, sportliche Entscheidungen zu treffen, doch sein Wort hat intern nach wie vor ein außerordentliches Gewicht.

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Die Sportchefs Max Eberl und Christoph Freund werden nun die Aussagen des Klub-Patrons in ihre Überlegungen zur Torwart-Frage einbeziehen müssen. Sollten sie Hoeneß‘ Wunsch folgen, würde dies die Situation aller drei Torhüter – Neuer, Urbig und Nübel – grundlegend verändern.