Hertha BSC feuert langjährigen Zeugwart Hendrik Herzog fristlos nach Bagatell-Unfall
Hertha feuert Zeugwart Herzog nach 20 Jahren fristlos

Hertha BSC beendet Zusammenarbeit mit langjährigem Zeugwart nach Bagatell-Vorfall

In der Geschäftsstelle von Hertha BSC herrscht derzeit eine angespannte Atmosphäre. Ein langjähriger und verdienter Mitarbeiter wurde überraschend fristlos entlassen – wegen eines Vorfalls, der von vielen als Lappalie eingestuft wird. Hendrik Herzog (57), der über zwei Jahrzehnte als Zeugwart für den Hauptstadtclub arbeitete, erhielt seine Kündigung ohne Vorwarnung.

Vom Profi zum treuen Mitarbeiter

Hendrik Herzog war nicht nur Mitarbeiter, sondern auch ehemaliger Profispieler von Hertha BSC. Zwischen 1997 und 1999 absolvierte er 93 Spiele für die Berliner, darunter auch Partien in der prestigeträchtigen Champions League. Nach seiner aktiven Karriere wechselte er in die Position des Zeugwarts, wo er über 20 Jahre lang Spieler mit Ausrüstung versorgte, Trainingsmaterial bereitstellte und oft auch moralische Unterstützung bot.

Kollegen beschreiben „Herze“, wie er intern genannt wurde, als äußerst pflichtbewusst. Der Vater von drei Kindern war stets der Erste, der morgens das Vereinsgelände betrat, und der Letzte, der es abends verließ. Seine Hingabe zum Club war unbestritten, bis zu dem Vorfall in der Nacht nach dem Heimspiel gegen Bochum am 14. März 2026.

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Der Vorfall, der zur Kündigung führte

In besagter Nacht touchierte Herzog mit einem Hertha-Transporter ein Auto der Gastmannschaft. Sein Fehler: Er blieb nicht am Unfallort, sondern brachte zunächst die Vereinsausrüstung und einen verletzten Mitarbeiter zurück zum Hertha-Gelände. Zeugen zufolge informierte er vor seiner Abfahrt andere Personen und bat darum, die Bochumer Mannschaft zu benachrichtigen. Er selbst plante, nach der Erledigung seiner Aufgaben zurückzukehren.

Doch diese Entscheidung hatte schwerwiegende Konsequenzen. Tage später wurde Herzog ins Büro von Sportchef Benjamin Weber zitiert, wo ihm Marcus Becker, Leiter Recht und Personal, die fristlose Kündigung übergab. Der Club bewertete den Blechschaden als Fahrerflucht und berief sich auf § 142 des Strafgesetzbuches, der das unerlaubte Entfernen vom Unfallort regelt.

Reaktionen und interne Unruhe

Auf Nachfrage erklärte Hertha BSC: „Es ist richtig, dass wir uns von einem Mitarbeiter aufgrund schwerwiegender Verfehlungen sofort trennen mussten. Unter Abwägung aller Interessen blieb uns keine andere Wahl, da dieser Mitarbeiter in seiner Funktion als Vorbild hätte agieren sollen.“

Seit der Kündigung hat Herzog das Vereinsgelände nicht mehr betreten. Im Umfeld der Kabine soll es unter Mitarbeitern zu emotionalen Reaktionen gekommen sein. Viele fragen sich nun, wie der Club mit seinem eigenen Ethikkodex vereinbar ist, der den Zusammenhalt als „Hertha-Familie“ betont und jedem ermöglichen will, sich wohlzufühlen.

Die Situation hat bei der Belegschaft zu Verunsicherung geführt. Viele Mitarbeiter beschäftigt die Frage, wie der Club in Zukunft mit kleinen Fehlern umgehen wird. Es wird erwartet, dass sich Herzog anwaltlich beraten lässt, während Hertha BSC weiterhin an seiner Entscheidung festhält.

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