Real Madrids Frust-Abgang nach Bayern-K.o.: Nachtflug mit Sondergenehmigung
Frust pur bei Real Madrid! Nach dem 3:4 im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Mittwochabend beim FC Bayern und dem damit besiegelten Ausscheiden wollten die Stars der Königlichen nur noch eins: weg aus München. Das Hinspiel hatte Real noch mit 1:2 verloren, doch die Gesamtbilanz von 4:6 bedeutete das Aus. Kylian Mbappé (27), Vinícius Júnior (25) und ihre Teamkollegen legten direkt nach Abpfiff einen Frust-Abgang hin, der in einem Blitz-Heimflug gipfelte.
Wortloser Abgang und mediale Funkstille
Während die Spieler des deutschen Rekordmeisters FC Bayern in den Katakomben der Allianz Arena geduldig und gut gelaunt zahlreiche Interviews gaben, stapften die Superstars des spanischen Rekordmeisters wortlos an den wartenden Journalisten vorbei. Kylian Mbappé nahm sich lediglich Zeit für ein Foto mit Lee-Roy (14), dem Sohn von Bayerns legendärem Innenverteidiger Daniel van Buyten (48), der seinen Nachwuchs in die Interview-Zone gebracht hatte. Ansonsten herrschte mediale Funkstille.
Den Medien ohne TV-Rechte, bei denen Interviews nicht verpflichtend sind, beantworteten die Madrilenen mit einer Ausnahme keine einzige Frage. Nur auf Fragen zu Schiedsrichter Slavko Vincic (46) reagierten wenige Spieler mit knappen Worten wie „Witz“ oder „unfair“. Einzig Antonio Rüdiger (33) blieb bei spanischen Reportern kurz stehen, dampfte aber sofort wieder ab, als er auf den Referee angesprochen wurde: „Es ist besser, wenn ich nicht spreche.“
Wut auf Schiedsrichter-Entscheidungen
Hintergrund der Verstimmung sind vor allem die umstrittenen Entscheidungen von Schiedsrichter Slavko Vincic. Eduardo Camavinga (23) erhielt in der 78. Minute eine Gelbe Karte und nur acht Minuten später, nach einem Foul und dem Mitnehmen des Balls, eine zweite Gelbe, die zur Gelb-Roten Karte und damit zum Platzverweis führte. Real Madrid ist über diese Entscheidung stinksauer, da sie das Spiel maßgeblich beeinflusste.
Direkt nach Spielende rastete auch Reals türkisches Super-Juwel Arda Güler (21) aus. Der Doppeltorschütze wurde nach lautstarken Beschwerden beim Schiedsrichter auf dem Weg in die Kabine ebenfalls mit einer Gelb-Roten Karte bestraft. Real-Trainer Álvaro Arbeloa (43) wütete später auf der Pressekonferenz: „Niemand versteht, wie man in einem solchen Spiel einen Spieler wegen so einer Aktion vom Platz schicken kann. In diesem Moment war das Viertelfinale gelaufen. Das ist etwas total Unerklärliches und Ungerechtes.“
Zweite titellose Saison in Folge
Was den Fruss beim spanischen Rekordmeister noch verstärkt, ist die Tatsache, dass der K.o. in der Königsklasse Reals zweite titellose Saison in Folge besiegelt. Im Pokal schied man bereits durch ein peinliches 2:3 im Achtelfinale gegen Zweitligist Albacete aus, und in der Liga ist Tabellenführer Barça mit neun Punkten Vorsprung sieben Spieltage vor Schluss praktisch uneinholbar. Die Enttäuschung ist somit doppelt groß.
Nachtflug mit Sondergenehmigung als kleiner Trost
Das einzig Gute in dieser Wut-und-Frust-Nacht von Mittwoch auf Donnerstag: Dank einer Sondergenehmigung konnten die Real-Stars trotz des Nachtflugverbots am Münchner Flughafen direkt nach dem Spiel nach Hause fliegen. Um 1.06 Uhr hob der Flieger ab und landete um 3.20 Uhr in Madrid. Dieser Nachtflug milderte den Fruss zwar nicht, bot aber immerhin einen schnellen Rückzug aus der ungeliebten Arena.
Die Ereignisse zeigen einmal mehr, wie emotional und kontrovers Spiele auf höchstem Niveau verlaufen können. Real Madrid muss nun die Saison analysieren und sich auf die nächsten Herausforderungen vorbereiten, während der FC Bayern im Halbfinale der Champions League weiterzieht.



