Heckings scharfe Kritik an geplanten Fußballregeländerungen
Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking (61) hat sich in deutlichen Worten gegen die geplanten Regeländerungen der FIFA und UEFA ausgesprochen. Vor dem Bundesliga-Spiel gegen Frankfurt äußerte der erfahrene Fußballlehrer massive Bedenken gegenüber den Neuerungen, die zur bevorstehenden Weltmeisterschaft (11.6. bis 19.7.) eingeführt werden sollen.
Regeländerungen als unnötige Komplizierung
Die geplanten Änderungen sehen unter anderem vor, dass Einwürfe und Abstöße innerhalb von fünf Sekunden ausgeführt werden müssen. Spieler erhalten bei Auswechslungen doppelt so viel Zeit für das Verlassen des Platzes. Zudem soll der Video-Assistenten-Schiedsrichter (VAR) künftig auch bei Eckball-Entscheidungen und bei der zweiten Verwarnung vor einer Gelb-Roten Karte eingreifen können.
„Ich bin grundsätzlich ein Freund davon, dass Fußball einfach ist. Fußball ist ein einfaches Spiel. Für mich wird es zum Teil verkompliziert“, erklärt Hecking seine ablehnende Haltung. „Die Regelhüter bei der Fifa oder Uefa finden immer wieder was Neues. Manchmal ist es auch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.“
VAR hat Diskussionen nicht reduziert
Der Wolfsburger Trainer hinterfragt insbesondere die Auswirkungen des VAR-Systems, das ursprünglich für mehr Fairness und weniger Diskussionen sorgen sollte. „Wenn man ganz ehrlich ist: Die Diskussionen sind nach dem Spieltag mindestens gleichgeblieben“, stellt Hecking fest. „Früher haben wir uns darüber aufgeregt, dass der Schiedsrichter vielleicht ein Abseits übersehen hat. Jetzt wird es haargenau und kleinlich.“
Die geplanten Regeländerungen zielen laut offizieller Begründung auf mehr Nettospielzeit und verbesserten Spielfluss ab. Doch Hecking bleibt skeptisch: „Das verstehe ich alles. Aber es macht doch alles trotzdem angreifbarer.“ Sein Credo lautet unverändert: „Ich bin einfach ein Freund von Fußball. Der Fußball sollte für jeden einfach bleiben.“
Konflikte mit Schiedsrichtern und Schutz durch Sportdirektor
Heckings kritische Haltung gegenüber Regelhütern ist bekannt. Zuletzt kritisierte er den Auftritt von Schiedsrichter Martin Petersen (41) beim 3:6 in Leverkusen deutlich als „unterirdisch in vielen Belangen“. Interessant ist dabei die organisatorische Vorkehrung bei Wolfsburg: Seit Heckings Amtsübernahme soll ihn Sportdirektor Pirmin Schwegler (39) an der Seitenlinie vor Konflikten mit Schiedsrichtern und möglichen Verwarnungen schützen.
Dieser Schutzmechanismus funktionierte in Leverkusen jedoch nicht wie geplant – Hecking kassierte bereits in der ersten Halbzeit eine gelbe Karte. Der Trainer steht mit seiner Kritik nicht alleine da, doch seine deutlichen Worte bringen die Diskussion um die zunehmende Regeldichte im Profifußball erneut ins öffentliche Bewusstsein.



