Gladbachs Sieg schmilzt in der Nachspielzeit dahin: Mainz 05 erzielt späten Ausgleich
Erneut hat Borussia Mönchengladbach im erbitterten Kampf um den Klassenerhalt der Fußball-Bundesliga entscheidende Punkte liegen lassen. In einem dramatischen Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 führte die Borussia über weite Strecken, musste dann aber in der 98. Spielminute den Ausgleich hinnehmen. Das 1:1 (1:0) hält die Gladbacher als Tabellen-13. weiterhin mitten im Abstiegskampf stecken.
Frühe Führung, späte Enttäuschung
Joe Scally brachte die Borussia bereits in der 7. Minute mit einem präzisen Schuss aus 15 Metern in Führung. Doch die frühe Führung verlieh dem Team von Trainer Eugen Polanski keine gewünschte Sicherheit. Mainz 05, drei Tage nach dem Ausscheiden aus der Conference League, zeigte sich munter und gefährlich, testete Gladbachs Torhüter Moritz Nicolas mehrfach.
Die 50.245 Zuschauer im Borussia-Park erlebten eine intensive Partie, die vor allem in der zweiten Halbzeit von hartem Kampf geprägt war. Gladbach verteidigte mit Leidenschaft den knappen Vorsprung gegen die deutlich aktiveren Mainzer. Doch in der Nachspielzeit kam die Wende: Nadiem Amiri verwandelte in der 98. Minute einen Foulelfmeter zum späten Ausgleich.
Prekäre Tabellensituation vier Spieltage vor Schluss
Mit diesem enttäuschenden Remis bleibt die Borussia in einer äußerst prekären Situation. Vier Spieltage vor Saisonende liegen die Gladbacher nur fünf Punkte vor dem Relegationsplatz und sieben Zähler vor dem direkten Abstiegsrang. Besonders bitter: Schon im vorherigen Heimspiel gegen Heidenheim hatte Gladbach eine Führung verspielt (2:2).
Trainer Eugen Polanski hatte die angespannte Lage vor dem Spiel deutlich angesprochen: "Ich würde lügen, wenn ich nicht auf die Tabelle blicken würde", bekannte der Gladbach-Coach. Seine Mannschaft begann denn auch nervös und ließ Mainz in den ersten sechs Minuten zweimal gefährlich vor das eigene Tor kommen.
Kuriose Sommerzeit-Serie und interne Spannungen
Wenig Mut macht eine bizarre statistische Besonderheit: Bereits 2025 blieb Gladbach während der gesamten siebenmonatigen Sommerzeit ohne Sieg. Auch in diesem Jahr gelang seit der Zeitumstellung in drei Versuchen kein Dreier. Diese Serie setzt sich nun fort.
Intern gab es weitere Spannungen: Kapitän Rocco Reitz, der einen bevorstehenden Wechsel zu RB Leipzig bekannt gegeben hatte, musste erneut Pfiffe von Teilen der eigenen Fans ertragen. Der Stadionsprecher fühlte sich sogar bemüßigt, einzugreifen: "Das ist unser Spieler, Leute", rief er über die Lautsprecher.
Nächste Herausforderung wartet bereits
Die Borussia hat kaum Zeit, die Enttäuschung zu verarbeiten. Bereits am Samstag wartet mit dem VfL Wolfsburg der nächste schwere Gegner. Wolfsburg steht aktuell auf Platz 17 und kämpft selbst verzweifelt um den Klassenerhalt. Für Gladbach wird dieses Duell zur Nagelprobe im Abstiegskampf.
Besonders bemerkenswert: Ex-Nationalspieler Florian Neuhaus stand nicht einmal im Kader, was weitere Fragen zur Mannschaftszusammensstellung aufwirft. Torhüter Moritz Nicolas zeigte erneut eine gute Leistung und parierte auch gegen Paul Nebel (67.), gegen Amiris Elfmeter war er jedoch machtlos.
Die Borussia muss nun schnell die Köpfe aus der Nachspielzeit nehmen und sich auf den entscheidenden Endspurt der Saison konzentrieren. Jeder weitere Punktverlust könnte im engen Abstiegskampf der Bundesliga fatale Folgen haben.



