Rekordverdächtig: Gelb-Rot in 1,5 Sekunden - Jena-Spieler schreibt Fußballgeschichte
Gelb-Rot in 1,5 Sekunden: Jena-Spieler schreibt Geschichte

Historischer Platzverweis in der Regionalliga Nordost

In der vierten Fußballliga ist am Wochenende eine absolut außergewöhnliche Szene zu beobachten gewesen, die wohl in die Geschichtsbücher eingehen wird. Maurice Hehne, der 28-jährige Spieler von Carl Zeiss Jena, erhielt beim 2:1-Erfolg seiner Thüringer gegen die BSG Chemie Leipzig innerhalb von nur anderthalb Sekunden die Gelb-Rote Karte. Diese extrem kurze Zeitspanne zwischen zwei Verwarnungen dürfte einen neuen Rekord in der deutschen Fußballhistorie darstellen.

Die entscheidende Szene in der 83. Minute

Die denkwürdige Situation entwickelte sich in der Schlussphase der Partie, als die Leipziger zu einem Konter ansetzten. Zunächst umklammerte Hehne den BSG-Spieler Nils Lihsek, woraufhin Schiedsrichter Kai Kaltwaßer aus Berlin das taktische Foul pfiff. Kaum anderthalb Sekunden später ging Hehne dann mit einem Fußangriff gegen Janik Mäder vor. Der Unparteiische zeigte zunächst die Gelbe Karte für das Klammern und unmittelbar im Anschluss die Gelb-Rote Karte für das zweite Vergehen.

Schiedsrichter Kai Kaltwaßer erläutert gegenüber Medienvertretern seine Entscheidung: „Es handelt sich hier um zwei separate Vergehen, die jeweils eine persönliche Strafe erfordern. Durch das Ziehen und Halten unterbindet der Spieler einen aussichtsreichen Angriff – das ist ein klassisches taktisches Foul. Direkt danach folgt ein rücksichtsloser Fußangriff gegen den Gegenspieler. Beides sind klare Gelb-Karten-Situationen, die in dieser Abfolge zur Gelb-Roten Karte führen.“

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Hehnes Reaktion und historischer Vergleich

Der betroffene Jena-Spieler zeigte sich nach dem Spiel entsprechend überrascht von der schnellen Entscheidung: „Ich hatte den Pfiff nicht gehört und wollte den Ball noch erreichen. Das erste Foul war taktisch, das verstehe ich. Aber dann war ich selbst völlig überrascht von der weiteren Entwicklung. Gelb-Rot innerhalb von Sekunden – das ist schon eine harte Nummer.“

Interessanterweise können die Jenaer auch die wahrscheinlich zweitschnellste Ampelkarte der Fußballgeschichte für sich beanspruchen. Im DFB-Pokal-Halbfinale des Jahres 2008 bei Borussia Dortmund erhielt Jan Simak zunächst Gelb für ein Foul, machte dann die berühmte „Brille“-Geste Richtung Schiedsrichter – und sah nach etwa fünf Sekunden Gelb-Rot.

Sportlicher Kontext und emotionale Momente

Trotz des frühen Platzverweises konnte Carl Zeiss Jena den wichtigen Dreier durch Tore von Timon Burmeister in der 43. Minute und Emeka Oduah in der 71. Minute sichern. Damit erhöhen die Thüringer den Druck auf den Tabellenführer Lok Leipzig, den sie nun nur noch mit zwei Punkten Rückstand verfolgen. Für die BSG Chemie Leipzig hingegen verschärft sich die Abstiegssituation weiter.

Bereits zu Spielbeginn gab es emotionale Momente, als die Nordkurve Genesungswünsche an Heiko Weber richtete. Der ehemalige Spieler und Trainer des FCC ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt und wurde von den Fans mit bewegenden Sprechchören und einem großen Banner gefeiert.

Rechtliche Grundlage der Schiedsrichterentscheidung

Schiedsrichter Kaltwaßer betonte in seinen Ausführungen die rechtliche Grundlage seiner Entscheidung: „Persönliche Strafen kann ich auch dann aussprechen, wenn das Spiel bereits unterbrochen ist. Die Situation war zwar ungewöhnlich, aber für mich eindeutig. Das oft geforderte Fingerspitzengefühl war in diesem konkreten Fall nicht gefragt, da beide Vergehen klar und separat zu bewerten waren.“

Diese historische Szene wird sicherlich noch lange im Gedächtnis der Fußballfans bleiben und zeigt einmal mehr, welche kuriosen und rekordverdächtigen Momente der Sport bereithält.

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