Flicks Wut nach Champions-League-Pleite: Deutscher VAR im Fokus
Nach der bitteren 0:2-Niederlage seines FC Barcelona gegen Atlético Madrid im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals hat Trainer Hansi Flick seinen Unmut über den Videobeweis deutlich gemacht. Besonders der deutsche Videoschiedsrichter Christian Dingert geriet ins Visier der Kritik des ehemaligen Bundestrainers.
„Danke an Deutschland“: Flicks sarkastischer Seitenhieb
„Der VAR war heute sehr auf Atlético Madrid fokursiert - so ist es nun einmal. Er ist ein Deutscher - danke an Deutschland“, sagte Flick in der Pressekonferenz nach dem enttäuschenden Heimpiel. Dem Trainer stießen vor allem zwei Schlüsselszenen sauer auf, die aus seiner Sicht das Spiel entscheidend beeinflussten.
In der 44. Minute sah Barcelona-Verteidiger Pau Cubarsi nach einer Notbremse die Rote Karte von Schiedsrichter Istvan Kovacs aus Rumänien. Direkt im Anschluss nutzte Julian Alvarez den Freistoß zur 1:0-Führung für die Gäste. „Ich weiß nicht, es könnte eine Rote Karte sein oder auch nicht. Ich bin mir nicht sicher, ob er den Ball ausreichend berührt hat. Der Ball war hinter ihm“, kommentierte Flick die umstrittene Entscheidung.
Handspiel-Szene erhitzt die Gemüter
Besonders empört zeigte sich der Barcelona-Coach über eine Szene in der 55. Spielminute. Atlético-Verteidiger Marc Pubill legte den Ball bei einem eigenen Abstoß mit der Hand zurecht - für Flick ein klares strafbares Handspiel. „Ich verstehe nicht, warum der VAR nicht eingreift. Es ist normal, Fehler zu machen, aber in solchen Situationen – wozu haben wir denn den VAR? Das hätte ein Elfmeter und die zweite Gelbe, also die Rote Karte sein müssen. Das darf nicht vorkommen“, wetterte Flick in Richtung Dingert.
Über Schiedsrichter Kovacs und dessen Gespann wollte sich der Trainer hingegen nicht weiter äußern. „Ich möchte nicht über sie reden“, sagte Flick diplomatisch. „Es ist besser für mich und auch besser für sie.“
Kinhöfer widerspricht und kritisiert Monitor-Platzierung
Der frühere Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer sah die Rote Karte für Cubarsi im ZDF anders und ordnete diese als vollkommen regelkonform ein. Den Ex-Referee störte jedoch etwas anderes: die Platzierung des VAR-Monitors im Camp Nou.
Kinhöfer nannte die Positionierung des Bildschirms auf der Seite der Trainerbänke „amateurhaft“ und verwies auf die Bundesliga, wo der Monitor standardmäßig auf der gegenüberliegenden Seite des Rasens angebracht wird. Wie im Camp Nou bei der Sichtung der Videobilder auf Schiedsrichter Kovacs eingeredet wurde, erinnerte Kinhöfer an „einen kleinen Kirmesfamilientag“.
Das Rückspiel findet am kommenden Dienstag um 21:00 Uhr im Estadio Metropolitano in Madrid statt. Alexander Sörloth, der im Hinspiel den 2:0-Endstand erzielte, könnte dabei erneut eine Schlüsselrolle spielen. Möglicher Halbfinalgegner für den Sieger der Begegnung ist der FC Arsenal.



