Was für ein Drehbuch: Die Füchse Berlin stehen im Finale der Champions League und treffen auf den schwersten Gegner, den es gibt: den FC Barcelona. Die Spanier besiegten Aalborg mit Deutschlands Nationalspieler Juri Knorr (26) erst in der Verlängerung mit 37:32 (15:11, 28:28). Nun wird das Endspiel am Sonntag (18 Uhr, Dyn) zur persönlichen Angelegenheit für die Füchse, denn sie spielen plötzlich gegen ihre eigene Zukunft.
Dika Mem – schon Berliner, aber noch nicht heute
Frankreichs Star Dika Mem (28) wechselt 2027 nach Berlin. Doch bevor er seinen neuen Job antritt, könnte er sich bei den Berliner Fans unbeliebt machen und ihren größten Traum zerstören. Der Barcelona-Star fegte mit seinen Teamkollegen im Halbfinale Aalborg weg und steht nun genau dem Klub im Weg, für den er bald Titel holen soll. Auf der anderen Seite: Mathias Gidsel (27), Berlins Superstar, der das Märchen vom ersten Triumph in der Königsklasse vollenden will. Gidsel gegen Mem. Berlin gegen seine Zukunft. Ein brutales Finale: Einer holt den Pott, der andere nimmt ihn vielleicht seinem zukünftigen Team weg.
Verrücktes Champions-League-Finale
Dreimal hat Dika Mem die Champions League schon gewonnen und will am Sonntag Nummer vier hinzufügen: „Ich glaube, das liegt in der DNA des Vereins. Der Gewinn der EHF Champions League ist zu Beginn jeder Saison das oberste Ziel der Mannschaft, und wir kämpfen hart dafür.“ Das Finale in Köln ist für den Linkshänder, der dann 2027 mit Gidsel die Position teilt, keine Routine: „Ich bin immer noch genauso aufgeregt wie damals, als ich das erste Mal dabei war. Keiner im Verein nimmt das als selbstverständlich hin. Wir wissen, wie schwer es ist, dort zu sein.“ Dass das Finale gegen Berlin gespielt wird, interessiert ihn nicht: „Ich will die Champions League gewinnen – und zwar die beiden Chancen, die mir mit Barcelona noch bleiben. Diese Saison und, wenn möglich, auch die nächste. Genauso hungrig bin ich darauf. Was danach in der Zukunft passiert, steht auf einem anderen Blatt. Jetzt zählt für mich nur Barça.“
Knorr und Aalborg unglücklich
Deutschlands Spielmacher Juri Knorr (26) machte für Aalborg ein solides Spiel (vier Tore aus neun Versuchen). Doch im Duell der dänischen Torhüter-Giganten Emil Nielsen (Barca/16 Paraden) und Niklas Landin (Aalborg/9 Paraden) waren Nielsen und Barcelona am Ende besser. Bitter für Knorr: Kurz vor dem Halbzeitpfiff verwandelte er einen direkten Freiwurf zum 12:15, dabei knickte er artistisch per Seitneigwurf ab. Doch nach Videobeweis wurde das Tor nicht gegeben, weil sich Knorrs Standbein bewegt hatte. Auch in der Verlängerung agierten die tapfer kämpfenden Dänen unglücklich und ließen sich zweimal den Ball klauen (31:34/68.). Barcelona spielte den Sieg clever runter.
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