Japanische Sushi-Meisterin trotzt Sexismus und Drohungen
Sushi-Meisterin trotzt Sexismus in Japans Küchen

Yuki Chidzui: Eine Frau gegen die Tradition

In Japan ist Sushi traditionell Männersache. Yuki Chidzui stellt diese jahrhundertealte Norm infrage. Die 39-jährige Sushi-Meisterin erntet für ihren Beruf nicht nur Anerkennung, sondern auch Hass und Drohungen. „Stirb!“ wurde ihr am Telefon zugerufen. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen.

Der Kampf gegen Sexismus in der Küche

Chidzui berichtet von Vorurteilen: „Ein häufiges Argument ist die Menstruation. Angeblich lässt der Geschmackssinn nach, sodass Frauen kein hochwertiges Sushi zubereiten könnten.“ Sie kontert: „Wenn Männer erkältet sind und nichts schmecken, arbeiten sie trotzdem weiter.“ Die Japanerin hat bereits viele Spitznamen gehört: Verräterin, Eindringling, Regelbrecherin. Ihren Lieblingstitel hat sie selbst gewählt: „Herausforderin des Sushi-Sexismus“.

Vom Nebenjob zur nationalen Bekanntheit

Schon als Studentin arbeitete Chidzui in einem Sushi-Lokal, durfte aber nur putzen. „Wenn ich dem Fisch zu nahe kam, gab es böse Blicke.“ Ein spezieller Kurs für Frauen ebnete ihr den Weg. Gemeinsam mit anderen Absolventinnen eröffnete sie ein Lokal, doch viele gaben auf. Chidzui blieb hartnäckig. Heute ist sie eine gefeierte Köchin, die auch international auftritt – etwa in Thailand oder auf deutschen Messen.

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Neue Wege für die Sushi-Kultur

Chidzui experimentiert mit ungewöhnlichen Zutaten wie Rindfleisch oder schwarzem Pfeffer. „Sushi ist für mich mehr als ein Gericht – es ist Kunst“, sagt sie. Im Frühjahr übernimmt sie die Konzeptleitung eines edlen Sushi-Restaurants im Tokioter Viertel Ebisu. Auch in Japan wächst die Akzeptanz: Bei einem Workshop in Kyoto fand niemand etwas dabei, dass eine Frau das Sushi-Handwerk lehrte.

Die Sushi-Meisterin ist zuversichtlich: „Irgendwann beginnt man zu zweifeln, aber mittlerweile unterstützen mich viele.“ Ihr Durchhaltevermögen zeigt, dass alte Rollenbilder aufgebrochen werden können.

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