FC Bayern: Warum das Spiel an Kimmich vorbeilief
FC Bayern: Spiel lief an Kimmich vorbei

Im epochalen Spiel zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München lief die Partie phasenweise an der Münchner Mittelfeldzentrale um Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic vorbei. Die Frage, die sich viele stellen: Könnte das jetzt öfter passieren?

Kimmichs schwache Statistik

Zwischenzeitlich sahen die statistischen Werte von Joshua Kimmich am Dienstagabend gruselig aus: Mitte der ersten Halbzeit hatte von allen Münchnern im Spiel bei Paris Saint-Germain lediglich Harry Kane weniger Ballkontakte als der DFB-Kapitän. Hinzu kam, dass er von seinen sieben Zweikämpfen nur zwei gewann – sein schlechtester Saisonwert, wenn er mehr als fünf Zweikampfduelle führte. Auch Aleksandar Pavlovic musste feststellen, dass sein Einfluss im Prinzenpark nur begrenzt war. Die beiden Männer, die normalerweise für Ordnung sorgen, standen mitten in einem tosenden Sturm. Auch um ihre Pariser Gegenspieler wirbelte alles herum.

Expertenanalyse: Kein großer Dirigent

„Kimmich war nicht der große Dirigent oder das Metronom im Mittelfeld, aber ich bin weit davon entfernt, die Zentrale da zu kritisieren“, sagt SPORT1-Chefreporter Stefan Kumberger in der aktuellen Folge des Podcasts „Die Bayern-Woche“. Es sei eine Folge der Spielanlage beider Teams gewesen und von beiden Trainern vermutlich so gewollt. Die Partie habe sehr auf den Flügeln stattgefunden. Das Problem: So sah es teilweise aus, als stünden Kimmich und Pavlovic stets im „falschen“ Teil des Spielfelds.

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Kritik von Experten

Eine Entwicklung, die in der Branche nicht jeder Beobachter gut findet. Die TV-Experten Wayne Rooney und Clarence Seedorf zeigten sich entsetzt. Am deutlichsten wurde aber der italienische Ex-Nationalspieler Alessandro Melli. Er wütete auf Facebook: „In einem Spiel, in dem es weder um Verteidigung noch um Manndeckung oder einen Mittelfeldblock geht, wird mir von diesem Fußball regelrecht übel“, schrieb er und verhöhnte diese Spielweise als „neue NBA“. Seine Botschaft: Alles nur Zirkus!

Trainer reagieren auf Vorwürfe

Die Vorwürfe erreichten auch Vincent Kompany und Luis Enrique, doch ändern werden sie nichts. Der Bayern-Trainer verkündete am Freitag auf SPORT1-Nachfrage, dass für ihn „nicht alles schwarz oder weiß“ sei, und beteuerte, dass auch er Interesse daran habe, keine Gegentore zu kassieren. Sein Pariser Kollege wurde da schon deutlicher: „Ich finde, es ist nicht wichtig, alle Meinungen zu respektieren, denn wenn es eine beschissene Meinung ist, muss man sie nicht respektieren“, erklärte Enrique.

Kompany setzt auf Kimmich

Dass die Mittelfeldblöcke kaum eine Rolle spielen, dürfte derweil nicht mehr so häufig vorkommen – zumindest bei den Münchnern. Die Sechserpositionen gehören grundsätzlich schon zu den wichtigen Bausteinen im Kompany-System. Nicht umsonst setzt der Belgier dort auf Kimmich und lässt ihn nicht auf der rechten Außenverteidigerposition ran; eine Option, die andere Trainer ja durchaus charmant fanden und finden.

Zukunftsperspektive

„Es kann sein, dass es häufiger passiert, dass das Mittelfeld weniger Zugriff bekommt. Aber nur gegen Top-Teams. Im Bundesliga-Alltag wird auch weiterhin viel Dominanz von Kimmich & Co. ausgehen“, erklärt Kumberger im Podcast. Das Spiel gegen PSG sei ein Sonderfall, da auch die Franzosen mit offenem Visier gespielt hätten. Die ganze Diskussion sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den Rekordmeister hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.

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