Ex-Preußen-Keeper Schulze Niehues: Trotz Sieglos-Serie bleibt er zuversichtlich
Ex-Preußen-Keeper: Zuversicht trotz Sieglos-Serie

Ex-Preußen-Keeper bleibt trotz anhaltender Krise optimistisch

Seit acht Spielen wartet der Zweitligist Preußen Münster vergeblich auf einen Sieg. Der letzte Dreier gelang vor 79 Tagen beim 2:1-Auswärtssieg bei Arminia Bielefeld. Nur der Tabellenvorletzte Dynamo Dresden hat mit neun sieglosen Partien eine noch längere Durststrecke zu verzeichnen. Für den ehemaligen Stammtorhüter Maximilian "Max" Schulze Niehues ist dies jedoch kein Grund zur Panik.

Erfahrung aus schwierigen Zeiten

Der 37-jährige Ex-Profi, der im Sommer 2024 nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga seine Karriere beendete, verfolgt die Entwicklung seiner ehemaligen Mannschaft weiterhin intensiv. "Zuletzt haben sie zwar ein wenig ihre spielerische Linie verloren", räumt Schulze Niehues ein. "Doch wenn sie jetzt schnell zurück in ihr laufintensives Rauten-System finden, wird der Klassenerhalt garantiert gelingen. Davon bin ich überzeugt."

Der langjährige Torwart weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig mentale Stärke in solchen Phasen ist. In der Katastrophensaison 2019/2020 musste er zwischen den Pfosten stehen, als die Preußen satte 14 Spiele auf einen Sieg warten mussten. Zwischen dem 5. und 18. Spieltag gab es lediglich sechs Unentschieden und acht Niederlagen, was schließlich zum Abstieg in die Regionalliga führte.

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Unterschiede zur aktuellen Situation

"Das kann man mit der derzeitigen Situation aber nicht im Geringsten vergleichen", betont Schulze Niehues. "Damals fehlte es an allen Ecken und Enden, konnte nicht nachgerüstet werden. Außerdem war der Spielbetrieb durch Corona ohnehin schon völlig durcheinander." Zudem wurde damals aus finanziellen Gründen viel zu lange am glücklosen Cheftrainer Sven Hübscher festgehalten.

Die aktuelle Mannschaftsstimmung beschreibt der Ex-Keeper dagegen als weiterhin positiv. Die Qualität sei vorhanden, wie die Leistungen gegen Spitzenteams wie Schalke 04 (0:0), Hannover 96 (2:2) oder SV Elversberg (1:1) zeigten. "Was der Mannschaft fehlt, ist dieses eine Erfolgserlebnis, um den Schalter wieder umzulegen", analysiert Schulze Niehues. "Am besten schon im kommenden Heimspiel gegen Kaiserslautern."

Vertrauen in den Nachfolger

Die defensive Schwäche der Mannschaft – nur zweimal blieben die Preußen in 22 Spielen ohne Gegentor – macht Schulze Niehues nicht an Torhüter Johannes "Jojo" Schenk fest. Sein Nachfolger habe eine starke Entwicklung genommen. "Vielleicht liegt's eher daran, dass die Jungs von hinten raus alles spielerisch lösen wollen und sollen", vermutet der Ex-Profi. "Das birgt eine gewisse Gefahr, ist aber dennoch der richtige Ansatz. Solange sie konzentriert bei der Sache sind."

Neues Leben neben dem Platz

Während Schulze Niehues für das Duell gegen den 1. FC Kaiserslautern die Daumen drückt, gesteht er, dass ihn die Zuschauerrolle auf der Tribüne mehr stresst als seine früheren Einsätze im Tor. Abseits des Fußballs hat sich der 37-Jährige jedoch gut in sein neues Leben eingefunden.

Am 30. Januar wurde er zum zweiten Mal Vater – nach Tochter Mila (2½ Jahre) kam Sohn Michel zur Welt. Ein weiterer wichtiger Termin steht am 26. Februar an: Dann absolviert Schulze Niehues an der Gesamtschule Münster Mitte seine Examensprüfung als Lehrer für Sport und Geschichte. "Klappt's, bin ich danach fertiger Pauker", hofft er auf einen erfolgreichen Abschluss. Zuvor wünscht er seinen ehemaligen Kollegen jedoch erst einmal den ersehnten Dreier gegen die „Roten Teufel“ aus Kaiserslautern.

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