Djokovic gewinnt längstes Wimbledon-Viertelfinale der Geschichte
Djokovic gewinnt Rekordmatch in Wimbledon

Novak Djokovic hat das längste Viertelfinale der Wimbledon-Geschichte für sich entschieden. Nach 5 Stunden und 15 Minuten besiegte der 39-jährige Serbe den Kanadier Felix Auger-Aliassime mit 7:6 (12:10), 3:6, 6:3, 6:7 (4:7), 7:6 (10:4). Der Match-Tiebreak endete kurz vor 23:00 Uhr Ortszeit, wenige Minuten vor der Sperrstunde im Südwesten Londons. Djokovic zog damit als zweitältester Spieler der Profi-Ära seit 1968 nach Ken Rosewall 1974 ins Halbfinale ein.

Djokovic: „Eines der besten Matches, an denen ich je teilgenommen habe“

Nach dem Sieg tanzte Djokovic kurz über den Platz und lachte. Auf die Frage, ob er sich manchmal selbst überrasche, antwortete der Rekord-Grand-Slam-Sieger: „Ja und nein. Ich kann mich immer noch gegen diese jungen Spieler behaupten, die 15 Jahre jünger sind als ich. Ich schaffe es, sie beim knappsten Ergebnis zu schlagen. In gewisser Weise ist das wirklich eine schöne Überraschung. Aber gleichzeitig stelle ich immer höchste Ansprüche an mich selbst.“

Seine Kinder Tara und Stefan sahen dem Vater zu. „Ich habe meinen Kindern gesagt, sie sollen nach dem vierten Satz ins Bett gehen, aber sie haben nicht auf mich gehört. Ich bin froh, dass sie geblieben sind, denn das war eines der besten Matches, an denen ich je teilgenommen habe“, sagte Djokovic.

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Vergleich mit Messi und Blick auf Sinner

Djokovic verglich sich scherzhaft mit Fußballstar Lionel Messi, der zeitgleich ein WM-Comeback mit Argentinien feierte: „Es wäre schön, 90 Minuten zu spielen wie er.“ Der Serbe hatte zuvor bei den French Open in einem fast fünfstündigen Fünfsatzkrimi gegen den 19-jährigen Brasilianer Joao Fonseca im Drittrunden-Aus auf Sand nicht mehr mithalten können. Auf dem weniger kräftezehrenden Rasen bestand er den Riesenfight gegen die jüngere Generation. Am Ende stützten sich beide Rivalen auf ihren Schlägern ab.

Am Freitag trifft Djokovic im Halbfinale auf den italienischen Titelverteidiger Jannik Sinner. 2025 hatte Sinner Djokovic in Wimbledon in drei Sätzen besiegt, in Australien zu Beginn dieser Saison setzte sich Djokovic in fünf Sätzen durch. Djokovic zeigte sich nach dem Match erschöpft: „Ich wünschte, es wäre schon das Finale, dann müsste ich mir keine Gedanken machen, wie sich mein Körper morgen anfühlt.“ Zwei Tage Erholung bleiben bis zum Halbfinale.

Auger-Aliassime würdigt Djokovic

Auch Auger-Aliassime zollte Djokovic Respekt: „Letztendlich beweist er wieder einmal, dass er gut ist, wenn es darauf ankommt. Er ist bei so vielen Dingen, die er macht, einfach beeindruckend. Wir wissen das, weil wir ihn schon so oft gesehen haben, aber es ist wirklich beeindruckend, dass er das immer wieder schafft.“

Djokovic erklärte seinen Sieg so: „Mit meinem Schläger, großem Herz, dem Beherrschen meiner Nerven.“ Der siebenmalige Wimbledonsieger jagt seinen 25. Grand-Slam-Titel. Sein früherer Rivale Roger Federer saß während des Turniers als Zuschauer in der Royal Box. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis Djokovic wie Federer (44) und Rafael Nadal (40) in den Tennis-Ruhestand geht.

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