Nach der Trennung von Julian Nagelsmann steht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor einer Neuaufstellung der Nationalmannschaft. Der Wunschkandidat für die Nachfolge ist Jürgen Klopp. Die nächsten Schritte zeichnen sich ab: DFB-Präsident Bernd Neuendorf (64) und Ligapräsident Hans-Joachim Watzke (67) werden in der kommenden Woche in die USA reisen, um direkt mit Klopp (59) zu verhandeln. Dies berichtete zuerst die „Bild“-Zeitung und wurde aus DFB-Kreisen bestätigt.
Treffen in New York geplant
Watzke verbindet eine langjährige enge Beziehung zu Klopp aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Borussia Dortmund. Klopp hält sich derzeit in den USA auf, wo er für MagentaTV als Experte bei der Fußball-WM arbeitet. Sein Quartier ist in New York, sodass das Treffen mit der DFB-Spitze dort stattfinden dürfte. Der DFB hatte nach der vorzeitigen Trennung von Nagelsmann angekündigt, als ersten Schritt das Gespräch mit Klopp zu suchen. „Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert“, hieß es aus dem Verband.
Klopp: „Ich bin bereit“ – aber Zeit nötig
Klopp selbst bestätigte seine Bereitschaft, rechnet jedoch nicht mit einer kurzfristigen Einigung. „Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt, also ich bin bereit“, sagte er in einem Interview bei MagentaTV. Es brauche aber bis zu einer Unterschrift unter einen DFB-Vertrag noch „Zeit“. Zunächst müsse er mit seinem Arbeitgeber Red Bull die Vertragsangelegenheiten klären. Klopp ist für den Getränkekonzern als Head of Global Soccer tätig, sein Vertrag läuft bis 2029. Der DFB muss sich daher wohl auf eine Ablöse für Klopp einstellen. Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hält sich aktuell in England beim Formel-1-Rennen in Silverstone auf.
Intensive Verhandlungen erwartet
Klopp rechnet mit intensiven Gesprächen mit dem DFB, die nicht nur Vertragsinhalte, sondern auch die künftige sportliche Ausrichtung des deutschen Fußballs betreffen. „Es werden intensive Gespräche sein müssen, weil natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen“, sagte Klopp. Die Probleme im deutschen Fußball lägen tiefer, so der 59-Jährige.
Rolle von Rudi Völler noch offen
Ob Sportdirektor Rudi Völler (66) auch in der künftigen sportlichen Leitung der Nationalmannschaft eine tragende Rolle spielen wird, hängt nach dpa-Informationen von der Neubesetzung des Bundestrainerpostens ab. Offenbar steht ein zeitnaher Austausch zwischen Völler und Klopp im Raum. Völlers DFB-Vertrag läuft noch bis zur EM 2028.
Die DFB-Spitze um Neuendorf und Watzke wird in den USA also nicht nur über den Vertrag mit Klopp verhandeln, sondern auch über die künftige Struktur der sportlichen Führung. Die Entscheidung über Völlers Rolle könnte zeitgleich mit der Verpflichtung Klopps fallen.



