DFB-Boss Rettig: Kein Maulkorb für Spieler bei WM trotz politischer Debatten
DFB: Kein Maulkorb für Spieler bei WM trotz Politik

DFB-Boss Rettig: Keine Zensur für Spieler bei der WM 2026

DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig (62) hat klargestellt, dass der Deutsche Fußball-Bund seinen Spielern bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026 keinen Maulkorb verpassen wird. Bei der Veranstaltung „Hamburgs Spitzen“ im Congress Center Hamburg erklärte Rettig: „Wie kommen wir dazu? Jeder soll das sagen, was er für richtig hält.“ Diese Aussage erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftspolitischer Debatten, die das Turnier begleiten könnten.

Boykottaufrufe und politische Spannungen

In den vergangenen Wochen haben Aufrufe zum Boykott der WM (11. Juni bis 19. Juli 2026 in Mexiko, Kanada und den USA) an Fahrt gewonnen. Grund dafür sind die umstrittene Politik von US-Präsident Donald Trump (79) und der anhaltende Iran-Krieg. Es ist wahrscheinlich, dass Fans und Medienvertreter die Spieler zu diesen Themen befragen werden. Rettig betont jedoch, dass der DFB keine offiziellen Vorgaben zur Meinungsäußerung machen wird.

Lehren aus der WM in Katar

Das Thema hat eine Vorgeschichte: Bereits bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar wurden Debatten über die Menschenrechtslage im Gastgeberland geführt. Der damalige Kapitän Manuel Neuer (40) wollte mit der „One Love“-Binde ein Zeichen gegen Diskriminierung setzen, doch nach angedrohten Konsequenzen durch die FIFA knickte das DFB-Team ein. Stattdessen wählte die Mannschaft beim offiziellen Foto vor dem Spiel gegen Japan die „Mund-zu“-Geste.

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Rettig warnt jedoch davor, sich zu sehr auf Themen abseits des Platzes zu versteifen: „Je näher wir ans Turnier kommen, desto weniger sollten wir uns von unserem eigenen Fokus ablenken lassen. Das war ja der Fehler in Katar. Wir haben uns Kraft und Energie durch andere Themen rauben lassen.“ Deutschland schied in Katar bereits in der Vorrunde aus, was Rettig als Warnung für die kommende WM sieht.

Geopolitische Unsicherheiten und WM-Planung

Welche Rolle die geopolitischen Spannungen bei der WM 2026 spielen werden, ist derzeit noch unklar. FIFA-Präsident Gianni Infantino (56) bekräftigt, dass das Turnier wie geplant stattfinden wird – inklusive des qualifizierten Irans. Rettig ringt indes um ein Verständnis der aktuellen Weltlage: „Wir hoffen alle, dass der Spuk bald vorbei ist. Man wundert sich ja wirklich tagtäglich über Dinge, die geopolitisch passieren. Ich kann viele Dinge gar nicht mehr richtig einsortieren, aufgrund ihrer Schnelligkeit und ihrer Irrationalität.“

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der DFB zwar die Meinungsfreiheit der Spieler respektiert, aber gleichzeitig die Gefahr sieht, dass politische Debatten den sportlichen Erfolg beeinträchtigen könnten. Die Erfahrungen aus Katar dienen hier als wichtige Lehre für die Vorbereitung auf die WM 2026.

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