Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nach dem peinlichen WM-Aus gegen Paraguay am Dienstagmorgen enttäuscht in Winston-Salem eingetroffen. Die Mannschaft um Trainer Julian Nagelsmann verlor am Montagabend überraschend mit 0:1 gegen den Außenseiter und schied damit in der Gruppenphase aus.
„Da hat kaum einer geredet“, berichtete ein Teammitglied über die Stimmung im Flieger. Die Spieler wirkten geschockt und niedergeschlagen, als sie das Luxus-Hotel bezogen, das ursprünglich für die K.o.-Phase vorgesehen war. Der Flug von Houston nach Winston-Salem dauerte knapp zwei Stunden.
Nagelsmann sucht nach Antworten
Trainer Julian Nagelsmann zeigte sich fassungslos über das Aus. „Wir haben uns viel vorgenommen, aber es hat nicht geklappt. Die Enttäuschung ist riesig“, sagte er kurz nach der Landung. Die Mannschaft hatte sich nach dem Turnierstart mit einem Sieg gegen Mexiko und einem Unentschieden gegen England gute Chancen ausgerechnet, doch die Niederlage gegen Paraguay zerstörte alle Hoffnungen.
Besonders bitter: Die DFB-Elf hatte in der zweiten Halbzeit mehrere Großchancen, scheiterte aber an Paraguays Torwart und der eigenen Abschlussschwäche. „Wir hätten das Spiel gewinnen müssen, aber wir haben die Tore nicht gemacht“, analysierte Nagelsmann.
Quartier für die K.o.-Phase wird zur Enttäuschungsstätte
Das Team war ursprünglich für die gesamte Turnierdauer in einem Luxus-Resort in Houston untergebracht, musste aber nach dem Aus umziehen. Das neue Hotel in Winston-Salem, ein ehemaliges Privatanwesen, sollte eigentlich als Basis für das Achtelfinale dienen. Nun wird es zum Ort der Aufarbeitung.
„Es ist schwer, hier zu sein und zu wissen, dass die WM für uns vorbei ist“, sagte ein Spieler. Die Mannschaft wird in den kommenden Tagen die Heimreise antreten. Einige Spieler kehren direkt in den Urlaub zurück, andere werden sich ihren Vereinen anschließen.
Kritik an Nagelsmanns TV-Auftritt
Bereits vor dem Spiel hatte Nagelsmann mit einem TV-Auftritt für Aufsehen gesorgt. In einer Sendung wirkte er gereizt und unkonzentriert, was ihm Kritik einbrachte. „Er hatte sich nicht im Griff“, kommentierte ein Experte. Nagelsmann selbst wollte den Auftritt nicht überbewerten: „Das war ein kleiner Ausrutscher, aber das hat nichts mit dem Spiel zu tun.“
Das WM-Aus ist das früheste für Deutschland seit 2018, als man ebenfalls in der Gruppenphase scheiterte. Damals war Titelverteidiger Deutschland ausgeschieden. Nun steht erneut ein Neuaufbau an.



