Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kann am Samstagabend um 22 Uhr (MESZ) in Toronto gegen die Elfenbeinküste mit einem Sieg den vorzeitigen Einzug ins Sechszehntelfinale der WM 2026 klarmachen. Bundestrainer Julian Nagelsmann vertraut dabei auf die gleiche Startelf wie beim deutlichen 7:1-Auftaktsieg gegen Curacao.
Nagelsmann hält an Sané fest
Leroy Sané, der nach dem ersten Spiel teils kritisiert wurde, erhält von Nagelsmann eine Startelf-Garantie. „Ich wüsste jetzt nicht, warum ich ihn nicht spielen lassen soll. Ich bin keiner, der sich treiben lässt von irgendwelchen Meinungen von außen. Sondern wir haben eine Meinung im Trainerteam, eine Meinung in der Mannschaft und auch Dinge gesehen auf dem Feld, die sehr gut waren“, sagte Nagelsmann vor dem Spiel. Er sieht hinter der Kritik an Sané ein „psychologisches Phänomen“: „Wenn man irgendwann mal einen Menschen in einer gewissen Schublade hat und ihn gewissermaßen charakterisiert, dann wird alles, was man nur ansatzweise in diese Richtung sieht, um ein Vielfaches schlimmer bewertet.“
Die Aufstellung im Überblick
Die deutsche Elf: Neuer – Kimmich, Tah, Schlotterbeck, Brown – Nmecha, Pavlovic – Sané, Musiala, Wirtz – Havertz. Manuel Neuer wird sein 21. WM-Spiel bestreiten und damit alleiniger WM-Rekordtorhüter. Für Änderungen an der Startelf sieht Nagelsmann „jetzt keinen offensichtlichen Grund“.
Historische Bilanz gegen afrikanische Teams
Insgesamt achtmal hat eine DFB-Auswahl bei einer Männer-WM gegen afrikanische Mannschaften gespielt. Erstaunlicherweise gab es dabei meist wenige Tore: Mehr als zwei Treffer erzielte Deutschland nie, insgesamt kassierte man erst sechs Gegentore. Blamabel war es dennoch häufiger, etwa 1978 beim 0:0 gegen Tunesien oder 1986 beim mühsamen 1:0 gegen Marokko. Negativer Höhepunkt bleibt das 1:2 gegen Algerien 1982 – die einzige Niederlage gegen ein afrikanisches Team bei einer WM. Damals erreichte Deutschland trotzdem noch das Finale. Gegen die Elfenbeinküste gab es bisher erst ein Länderspiel: im November 2009, unmittelbar nach dem Selbstmord von Robert Enke. Manuel Neuer stand damals schon im Tor, es war sein zweites Länderspiel.
Der Star der Elfenbeinküste: Yan Diomande
Die Elfenbeinküste sei „der vielleicht beste Kader aller afrikanischen Nationen bei dieser WM“, schreibt Kollegin Charlotte Bruch in einem Gegner-Check. Besonders Flügelspieler Yan Diomande, der für RB Leipzig spielt, gilt als Star des Teams. Sein Mitspieler David Raum schwärmte: „Er kam wirklich als ein Niemand. Aber nach der ersten Trainingseinheit bin ich zum Sportdirektor und habe ihm die Hand geschüttelt und gesagt: ‚Gratuliere.‘“ Laut einem Sky-Bericht soll Leipzig ein Angebot über 100 Millionen Euro vom FC Liverpool vorerst abgelehnt haben.
Wetter und Public Viewing
Rund um die WM-Übertragung könnte das Wetter in Deutschland eine Rolle spielen. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor heftigen Gewittern und Sturmböen. Bis zum Anpfiff gegen 22 Uhr sollen die Gewitter größtenteils durch sein, doch im Westen ziehen bereits neue auf. Vorsicht sei geboten, da schwere Sturmböen mit den Gewittern einhergehen könnten.



