Cucurella erneut im Handspiel-Fokus: Déjà-vu nach EM-Drama
Wieder einmal steht der spanische Fußballprofi Marc Cucurella im Mittelpunkt einer hitzigen Handspiel-Diskussion. Bei der 0:3-Niederlage des FC Chelsea bei Brighton & Hove Albion in der Premier League bekam der Verteidiger in der 54. Spielminute den Ball nach einer Flanke im Strafraum an den linken Oberarm. Seine unmittelbare Reaktion: Er klopfte sich mehrfach auf die Brust, vermutlich um dem Schiedsrichter zu signalisieren, dass der Ball diese Körperregion getroffen hatte.
Proteste und Erinnerungen an das EM-Viertelfinale
Die Spieler von Brighton protestierten heftig beim Unparteiischen und forderten gestenreich einen Handelfmeter – doch der Schiedsrichter ließ das Spiel ohne Elfmeterentscheidung weiterlaufen. Auch der Videoschiedsrichter schaltete sich bei dieser Szene nicht ein. Bei deutschen Fußballfans kamen unweigerlich Erinnerungen an das Viertelfinale der Heim-Europameisterschaft vor knapp zwei Jahren hoch.
Damals, im EM-Viertelfinale, hatte Cucurella in der Verlängerung beim Stand von 1:1 einen Schuss von Jamal Musiala im Strafraum klar mit dem Arm gestoppt. Der englische Schiedsrichter Graham Taylor ließ das Spiel jedoch weiterlaufen. Spanien gewann am Ende durch ein Tor des früheren Dortmunders Mikel Merino mit 2:1, und das deutsche Nationalteam schied aus dem Turnier aus. Im Nachhinein räumte die Europäische Fußball-Union UEFA einen großen Schiedsrichterfehler bei dieser Partie ein.
Ex-Schiedsrichter Gräfe mit klarer Meinung
Der ehemalige Schiedsrichter Manuel Gräfe hat eine eindeutige Position zu der jüngsten Szene im Premier-League-Spiel am Dienstagabend. „Elfer! Nichts anderes!“, schrieb Gräfe auf der Plattform X. Er begründete seine Ansicht damit, dass Cucurella den Ball mit seinem Arm „absichtlich geblockt“ habe und der gesamte Bewegungsablauf „wieder eindeutig“ gewesen sei.
Cucurella selbst hatte sich in einem Interview der italienischen Zeitung „Gazzetta dello Sport“ zu den anhaltenden Diskussionen geäußert. „Und jetzt kommen sie und sagen, es war ein Elfmeter. Was soll das bringen? Das wahre Problem ist, dass es eine große Verwirrung um die Regeln gibt“, erklärte der 27-Jährige. Gleichzeitig gab er zu, im ersten Moment mit dem Schlimmsten gerechnet zu haben: „Mamma mia, was für ein Schreck. Ich machte mir in die Hose.“
Die Handspiel-Debatte um Marc Cucurella scheint ihn also weiterhin zu verfolgen. Während Experten wie Manuel Gräfe klare Regelverstöße sehen, bleibt die Unsicherheit bei der Interpretation der Handspielregeln ein zentrales Thema im modernen Fußball. Für deutsche Fans bleibt vor allem die bittere Erinnerung an das EM-Aus, das durch eine ähnliche Szene besiegelt wurde.



