Berliner Forscher: Simulationen sagen WM-Favoriten klar voraus
Berliner Forscher: Simulationen sagen WM-Favoriten

Statistik-Expert:innen der Freien Universität Berlin haben mit einem mathematischen Modell den Verlauf der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Echtzeit berechnet. Das Ergebnis ist eindeutig: Es gibt einen klaren Favoriten auf den Titelgewinn.

100.000 Simulationen für eine präzise Prognose

Das Team um Professor Dr. Thomas Kneib führte insgesamt 100.000 Simulationen des Turnierverlaufs durch. Dabei wurden alle Spiele von der Gruppenphase bis zum Finale durchgespielt. Die Wahrscheinlichkeiten basieren auf aktuellen Mannschaftsstärken, historischen Daten und weiteren Faktoren wie Verletzungen oder Formkurven der Spieler.

„Unsere Modelle zeigen, dass Brasilien die höchste Wahrscheinlichkeit hat, Weltmeister zu werden“, erklärt Kneib. „Mit rund 23 Prozent liegt die Seleção deutlich vor den anderen Top-Nationen.“

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Interaktives Tool für eigene Tipps

Fußballfans können mit einem kostenlosen interaktiven Tool auf der Webseite der Universität eigene Szenarien durchspielen. Sie können beispielsweise Verletzungen von Schlüsselspielern simulieren oder überraschende Ergebnisse in der Gruppenphase eingeben und sehen, wie sich das auf den weiteren Turnierverlauf auswirkt.

„Das Tool ist einfach zu bedienen und macht Spaß“, so Kneib. „Es zeigt, wie viele Faktoren den Ausgang einer WM beeinflussen können.“

Krake Paul als Maßstab

Die Forscher erinnern an das berühmte Orakel Krake Paul, das bei der WM 2010 alle sieben Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie das Finale richtig vorhersagte. „Statistisch gesehen war das eine extreme Ausnahme“, sagt Kneib. „Unsere Simulationen liefern keine Orakel, sondern wissenschaftlich fundierte Wahrscheinlichkeiten.“

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Orakel wie Krake Paul 12 von 14 Spielen richtig tippt, liegt bei unter einem Prozent. Die Berliner Forscher setzen daher auf Mathematik statt auf Bauchgefühl.

Top-Favorit Brasilien, aber auch Außenseiter mit Chancen

Neben Brasilien zählen auch Frankreich (circa 16 Prozent), Argentinien (rund 12 Prozent) und England (etwa 10 Prozent) zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Deutschland liegt mit etwa 6 Prozent im Mittelfeld. „Die Mannschaft von Hansi Flick hat eine realistische Chance, aber es wird schwer“, kommentiert Kneib.

Die Simulationen berücksichtigen auch Außenseiter: Mannschaften wie Senegal oder Kroatien haben zwar geringe Titelchancen, könnten aber für Überraschungen sorgen.

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