Die ungewisse Zukunft von Alexander Nübel beim FC Bayern
Die Torwartfrage beim FC Bayern München bleibt auch im Frühjahr 2026 spannend und ungelöst. Alexander Nübel, derzeit an den VfB Stuttgart ausgeliehen, besitzt einen bis 2030 gültigen Vertrag bei den Münchnern. Dennoch gibt es aktuell keinerlei Kontakt zwischen den Bayern-Verantwortlichen und dem 29-jährigen DFB-Torhüter. Diese bemerkenswerte Funkstille deutet darauf hin, dass die Münchner nicht mit Nübel für die Zukunft planen.
Urbig als künftige Nummer eins im Fokus
Intern wird bei Bayern offenbar Jonas Urbig als künftige Nummer eins für die Zeit nach Manuel Neuer gesehen. Der junge Torwart hatte kürzlich im Kreis der deutschen Nationalmannschaft die Gelegenheit, sich mit Nübel persönlich kennenzulernen, musste jedoch wegen einer Kapselverletzung im rechten Kniegelenk vorzeitig abreisen. Bundestrainer Julian Nagelsmann bezeichnete dies als Vorsichtsmaßnahme.
Nübel, Urbig und Oliver Baumann waren für die Testspiele gegen die Schweiz und Ghana nominiert worden. Das Trio hat gute Chancen, bei der anstehenden Weltmeisterschaft im Sommer dabei zu sein. Ob Nübel und Urbig anschließend jedoch im Verein zusammenarbeiten werden, erscheint unwahrscheinlich.
Die komplexe Vertragssituation
Nübels Leihe zum VfB Stuttgart endet am 30. Juni 2026, danach ist der Torhüter offiziell wieder Bayern-Spieler. Doch wird es tatsächlich dazu kommen? Die Bayern-Verantwortlichen Max Eberl und Christoph Freund haben bislang kein Gespräch mit der Nübel-Seite über dessen Zukunft geführt. Seit dessen Vertragsverlängerung im April 2024 gab es dem Vernehmen nach überhaupt keinen Austausch mehr.
Ein wesentlicher Knackpunkt ist Nübels hohes Gehalt, das bei bis zu elf Millionen Euro brutto pro Jahr liegen soll. In dieser Saison zahlt Bayern zwei Drittel davon, der VfB ein Drittel. Ein Modell für die Zukunft ist dies jedoch wohl nicht.
Neuer und die weiteren Torwart-Optionen
Manuel Neuer, der an diesem Freitag seinen 40. Geburtstag feierte, hat noch nicht final entschieden, wie es weitergeht. Seine Optionen lauten: Karriereende oder Vertragsverlängerung um ein weiteres Jahr bei Bayern. Offen ist zudem die Zukunft von Sven Ulreich, dessen Vertrag ausläuft, und Daniel Peretz, der bis 2028 gebunden, aber derzeit an Southampton verliehen ist.
Während der loyale Ulreich noch ein neues Arbeitspapier erhalten könnte, streben die Münchner bei Peretz und Nübel einen Verkauf an. Es könnte aber auch auf zwei weitere Leihgeschäfte hinauslaufen.
Stuttgarts Perspektiven und Nübels Position
Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth äußerte sich zur möglichen Weiterbeschäftigung von Nübel: "Im Fußball würde ich gar nichts ausschließen", sagte er der "Sport Bild". "Die Frage kommt aber zu früh. Das müssen wir abwarten, wir können die Rechnung hier nicht ohne den Wirt machen. Schließlich hat Alex einen langfristigen Vertrag in München."
Beim VfB sieht es eher danach aus, dass Talent Dennis Seimen (20) eine Chance erhält. Letztlich sitzt Nübel, der als kollegial und angenehm gilt, am längeren Hebel. Er hat bei Bayern einen langfristigen Vertrag und kann sich in Ruhe nach einem neuen, ambitionierten Klub umschauen. Sofern es nicht doch zu einem Zweikampf Urbig gegen Nübel beim FC Bayern kommt.
Die große Zurückhaltung der Bayern-Verantwortlichen ist ein deutliches Signal. Nur Torwarttrainer Michael Rechner soll sich regelmäßig beim Keeper gemeldet haben. Ansonsten herrscht Schweigen - eine klare Botschaft an den Torwart, der seine Zukunft wohl anderswo suchen muss.



