Ehemaliger Nationalspieler Mario Basler attackiert Bundestrainer und Verband
Der frühere Fußballprofi Mario Basler hat in einer scharfen Kritik Bundestrainer Julian Nagelsmann und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) angegriffen. Anlass sind die Nominierungen von Antonio Rüdiger und Leroy Sané für die bevorstehenden Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana.
Basler zweifelt an Nagelsmanns Glaubwürdigkeit
In der Bayern-1-Sendung „Heute im Stadion“ äußerte Basler deutliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Bundestrainers. „Julian Nagelsmann kann man ja mittlerweile nichts mehr glauben“, sagte der 57-Jährige und bezog sich dabei auf frühere Aussagen des Trainers, nur auf Spieler zu setzen, die zusammengehören würden.
Die Einladung von Real-Madrid-Verteidiger Antonio Rüdiger und Galatasaray-Offensivspieler Leroy Sané bezeichnete Basler als inkonsequent. „Er hat sich bei mir völlig unglaubwürdig gemacht, weil er einfach einen Rüdiger wieder einlädt, der auf Bewährung gespielt hat“, kritisierte der ehemalige Nationalspieler.
Kritik an einzelnen Spielern
Besonders die Nominierung von Sané stößt Basler bitter auf. Der 30-Jährige wechselte im vergangenen Sommer vom FC Bayern München zum türkischen Meister Galatasaray Istanbul. In der aktuellen Champions-League-Saison blieb Sané in zehn Einsätzen torlos und lieferte lediglich zwei Vorlagen.
In der türkischen Liga kam der Offensivspieler zwar zu 21 Einsätzen mit sechs Toren und vier Vorlagen, doch Basler fragt sich: „Einen Sané, der bei einem Zweitliga-Verein Galatasaray spielt und in der Champions League nicht mehr auf dem Platz steht, dass solche Spieler noch eingeladen werden“.
Rüdigers kontroverse Vergangenheit
Innenverteidiger Antonio Rüdiger von Real Madrid war in der Vergangenheit wiederholt mit Verfehlungen aufgefallen. Basler wirft dem DFB vor, mit der Nominierung des 33-Jährigen eigene Werte zu verraten. „Ich finde, die treten diese Werte, die sie irgendwann einmal vorgegeben haben, gerade mit Füßen, wenn man einen Spieler wie Rüdiger wieder einlädt“, sagte Basler und bezeichnete die Entscheidung als „absolute Schweinerei“.
Interessanterweise sieht Real-Madrid-Trainer Álvaro Arbeloa den deutschen Verteidiger ganz anders: „Ich für meinen Teil würde Rüdiger eine Statue errichten und sie im Garten aufstellen“, schwärmte er kürzlich und bezeichnete Rüdiger als Vorbild für junge Spieler.
Konsequenzen für Basler selbst
Die Nominierungsentscheidungen haben für Mario Basler persönliche Konsequenzen. Der ehemalige Nationalspieler kündigte an, seine Mitgliedschaft für die Fußball-Lehrer-Lizenz zu beenden. „Ich glaube auch dem DFB nichts mehr. Ich habe auch meine Mitgliedschaft für die Fußball-Lehrer-Lizenz gekündigt. Die bekommen von mir nicht einen Euro mehr. Für mich ist der DFB erledigt“, erklärte Basler.
Der 57-Jährige, der selbst während seiner aktiven Karriere mit Eskapaden für Schlagzeilen sorgte, zieht damit eine klare Linie gegenüber dem deutschen Fußballverband.
Prognose für Nagelsmanns Zukunft
Basler wagte zudem eine Prognose für die Zukunft des Bundestrainers. „Wenn ich so die Interviews von Nagelsmann gehört habe, vermute ich mal, dass er nach der WM zurücktritt“, sagte der 30-malige Nationalspieler. Nagelsmanns Vertrag beim DFB läuft eigentlich bis ins Jahr 2028.
Große Erwartungen an die deutsche Nationalmannschaft bei der kommenden Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko hat Basler nicht. „Ich würde mich ja schon mal freuen, wenn wir vielleicht mal wieder ein Viertelfinale erreichen würden“, sagte der langjährige Bundesliga-Profi. „Aber mit dem Kader, Sané, Rüdiger, würde ich mich wundern“.
Die scharfe Kritik des ehemaligen Nationalspielers zeigt, wie emotional die Diskussion um die Nominierungspolitik von Julian Nagelsmann geführt wird. Während der Bundestrainer seine Entscheidungen mit sportlichen Erwägungen begründet, sehen Kritiker wie Basler darin einen Bruch mit verkündeten Prinzipien.



